Saint-Désir amphitheatre, Römisches Amphitheater in Saint-Désir, Frankreich.
Das Amphitheater von Saint-Désir ist ein gallo-römisches Theater mit Arena aus dem 2. Jahrhundert auf dem heutigen Gemeindegebiet von Saint-Désir im Département Calvados, 1.800 m westlich des Zentrums von Lisieux. Es ist ein gemischter Typ aus Theater und Amphitheater und nutzt die Topografie des Geländes, wobei ein Bach zwischen Orchestra und Bühnenwand verlief. Die sichtbaren Reste liegen in einer breiten, flachen, von Bäumen gesäumten Grasssenke, die ein ausgetretener Pfad quert; Mauerwerk ist nicht zu sehen.
Das gallorömische Theater von Lisieux wurde im 2. Jahrhundert oder im 2.–3. Jahrhundert als gemischter Bau – zugleich Theater und Amphitheater – in der Hauptstadt der Lexovier, Noviomagus Lexoviorum, errichtet. Im Mörtel fand sich eine Keramikscherbe des 2. Jahrhunderts. Arcisse de Caumont beobachtete Schichten aus Holzkohle und „schwarzer Erde“, ein Hinweis auf den Brand der hölzernen Teile; François Cottin datiert die Zerstörungen in die Mitte der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts, danach wurde der Bau vielleicht wiederhergestellt. Im 12. Jahrhundert entstand ein Bauernhof aus Materialien der Bühnenwand.
Der Bau ist ein Mischtyp aus Theater und Amphitheater: Hier fanden Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen und Theateraufführungen statt, dazu Feste einheimischer Tradition. Im 12. Jahrhundert entstand ein Bauernhof aus Material, das man der Bühnenwand entnahm; der Bach, der einst zwischen Orchestra und Bühnenwand verlief, durchquert das Gelände noch heute.
Die Reste liegen am Nordwestrand von Saint-Désir, etwa 1.800 m westlich des Zentrums von Lisieux, an der Route du Pré d'Auge und der D45, wobei der Bach Merderet hinter der Anlage verläuft. Sichtbar ist eine breite grasbewachsene Mulde mit einem ausgetretenen Pfad, ohne Mauerwerk, Sitzreihen oder aufgehende Mauern; der Boden ist uneben, und der Ort ist nicht für Besucher erschlossen.
Im 12. Jahrhundert wurde ein Bauernhof aus Material errichtet, das man der Bühnenwand des Theaters entnommen hatte; der Bach, der einst zwischen Orchestra und dieser Wand verlief, durchquert den Ort noch heute, kanalisiert und mit geringerer Wasserführung als in der Antike.
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