Manufacture des tabacs de Riom, Historische Tabakfabrik in Riom, Frankreich.
Die manufacture des tabacs de Riom ist eine ehemalige Tabakfabrik, die von 1878 bis 1883 entlang der Eisenbahnstrecke südlich des Bahnhofs von Riom errichtet wurde. Ihre hellen mehrgeschossigen Fassaden, die regelmäßigen Fensterreihen und die rotbraunen Satteldächer mit hohen Backsteinschornsteinen bilden einen langen rechteckigen Komplex mit einem höheren, leicht vorspringenden Mittelbau und einem kürzeren Flügel links. Zwischen den Gebäuden liegen breite, von Metallstegen überspannte Durchgänge; beim Bau wurde Volvic-Stein verwendet.
Die ersten Zigaretten wurden am 1. Februar 1869 in provisorischen Räumen gedreht, einem alten Schlachthof und später der Vercingétorix-Kavalleriekaserne. Die eigens errichtete Fabrik an der Bahnlinie südlich des Bahnhofs entwarf der Riomer Ingenieur René Dargnies; die Arbeiten begannen am 30. Juli 1878 und endeten 1883. Elektrifizierung und Erweiterung von 1908 steigerten die Produktion von 2.200 Tonnen (1906) auf 3.300 Tonnen (1909); 1936 folgte ein zweiter Ausbau. 1975 zog der Betrieb nach La Varenne um, wo die Produktion 2017 endete.
Der Ort zeigt, wie die Tabakindustrie das Leben in der Stadt geprägt hat und arbeitende Frauen damals eine wichtige Rolle spielten. Die Arbeiterinnen kamen täglich hierher und formten damit das soziale Gefüge von Riom im 19. Jahrhundert.
Der Zugang zum Gelände ist manchmal begrenzt, da das Werk derzeit umgebaut wird und neue Funktionen erhält. Besucher sollten sich vorab erkundigen, welche Teile zugänglich sind und ob spezielle Führungen angeboten werden.
Beim Aushub der Fundamente wurde ein Paläokanal erkannt; unter der nördlichen Hälfte des Komplexes kamen römische Reste zutage: Mauern, ein Becken, eine Tonrohrleitung, rund ein Dutzend Brunnen, eine Doppelbestattung unter Tegulae, Amphoren und Keramik sowie möglicherweise eine Harpokrates-Statuette.
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