Cité de la Muette, Historische Wohnsiedlung in Drancy, Frankreich
Die Cité de la Muette ist ein Wohnkomplex in Drancy mit einer U-förmigen Struktur aus standardisierten Betonplatten und Metallteilen, die vor Ort zusammengesetzt wurden. Das Gelände wird heute von einem Gedenckzentrum ergänzt, das Konferenzräume, Lernbereiche und Ausstellungen enthält.
Der Wohnkomplex wurde 1932 als erstes großes Wohnprojekt mit Hochhausbau in der Pariser Region errichtet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Anlage als Internierungslager genutzt und diente als Sammelort für Deportationen nach Konzentrationslagern.
Das Denkmalzentrum gegenüber dem Wohnkomplex dient als Erinnerungsort und zeigt, wie dieser Ort in der lokalen Gemeinschaft als Ort der Mahnung wahrgenommen wird. Die Ausstellungen ermöglichen Besuchern, die Verbindung zwischen dem alltäglichen Leben, das hier stattfand, und den tragischen Ereignissen zu verstehen.
Das Gedenkcenter ist von Sonntag bis Donnerstag geöffnet und bleibt freitags, samstags und an gesetzlichen Feiertagen geschlossen. Die beste Anfahrt erfolgt mit der Metro Linie 5 zur Station Bobigny Pablo Picasso.
Die Gebäude repräsentieren die erste Anwendung von Hochhausbauweise in der Region Paris mit innovativen Konstruktionsmethoden, die damals Anfang des 20. Jahrhunderts völlig neu waren. Dieses architektonische Experiment machte den Ort zu einem bedeutenden Beispiel moderner städtischer Entwicklung, lange bevor sein tragisches Schicksal während des Krieges kam.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.