Abbaye Saint-Spire de Corbeil, Mittelalterliche Abtei in Corbeil-Essonnes, Frankreich.
Die Abbaye Saint-Spire de Corbeil ist ein ehemaliges weltliches Stifts- und Klosterstift in Corbeil-Essonnes. Ihre erhaltene Kirche, heute Kathedrale, zeigt einen hohen, spitzbogigen Steinbogen mit mehreren gestuften Profilen in einer verwitterten hellgrauen und beigen Mauer; links oben sitzt ein Rundtürmchen mit dunkelgrauem Kegeldach und Metallspitze, neben dem Bogen eine Tafel mit der Aufschrift „St SPIRE“.
Graf Haymon gründete 950 ein Kanonikerkollegium zur Aufnahme der Reliquien des heiligen Exupère, des ersten Bischofs von Bayeux, die aus Palluau überführt wurden; 957 wurde er dort bestattet. Eine Urkunde Graf Bouchards II. vom 2. November 1071 erlaubte einen Kreuzgang und erhob die Einrichtung zur Abtei, die weltlich blieb. Brände beschädigten die Kirche im 12. Jahrhundert; am 10. Oktober 1437 wurde sie neu geweiht.
Der Name Saint-Spire verweist auf den heiligen Exuperius, den ersten Bischof von Bayeux, dessen Reliquien Graf Haymon 950 hierher bringen ließ. 1793 warfen Revolutionäre diese Reliquien zusammen mit denen des heiligen Lupus in die Seine. Die Kirche wurde Pfarrkirche und 1968, mit der Gründung des Bistums Corbeil am 1. Januar, Kathedrale.
Die ehemalige Stiftskirche, seit der Gründung des Bistums am 1. Januar 1968 Kathedrale von Corbeil-Essonnes, liegt im Stadtzentrum. Der spitze Bogen auf dem Foto ist der sichtbare Zugang, gekennzeichnet durch eine kleine Tafel „St SPIRE“; das Schild über dem STOP-Schild lautet „SAUF RIVERAINS ET SERVICE PUBLIC“, die Gasse ist also für Durchgangsverkehr gesperrt. Links am Mauerwerk sitzt ein Rundtürmchen mit Kegeldach.
Mit einer Urkunde vom 2. November 1071 erlaubte Graf Bouchard II. von Corbeil den Bau eines Kreuzgangs um die Stiftskirche und gewährte den Kanonikern neue Rechte; die Einrichtung wurde zur Abtei erhoben. Das war ungewöhnlich, standen Stifte weltlicher Kanoniker doch meist unter einfachen Rektoren, Dekanen oder Pröpsten. Der Titel änderte ihre Natur nicht: Sie blieb eine Versammlung weltlicher Kleriker, nie ein reguläres Kloster, und auch der Abt war ein weltlicher Kleriker.
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