Jeu de paume, Historische Sportanlage in Chinon, Frankreich
Das Jeu de paume in Chinon ist eine einschiffige Halle von etwa 30 × 10,50 m, 8 m hoch am Dachansatz und 10,50 m am First, die sich nach Osten zur Rue du Jeu de paume öffnet. Ihr achtteiliges Dachwerk ruht auf den Stützen der Obergaden über den Traufwänden und trägt ein Schieferdach; ein Dachvorsprung schützt den Ostgiebel und die Tür. Die rund 0,60 m dicken Mauern bestehen weithin aus unregelmäßigem Bruchstein, wo der ursprüngliche Tuffeau-Quader ersetzt wurde.
Das in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtete Gebäude hat ein dendrochronologisch auf 1587-1590 datiertes Dachwerk; damals war es an einen benachbarten Gastwirt vermietet. Die Nutzung als Jeu-de-paume-Saal währte keine hundert Jahre; ab Mitte des 17. Jahrhunderts diente er als Salpeterwerkstatt, wovon ein Graffito von 1661 zeugt. Später folgten eine militärische Reitbahn (1764), eine Kutschengarage nach der Revolution, ein Drogenlager nach dem Zweiten Weltkrieg und in den 1980er Jahren ein Geflügelhändler. 2015 als Monument historique eingetragen, wurde der Saal 2017 von einem britischen Liebhaber des Spiels gekauft, der mit der Restaurierung begann.
Der Name der Halle lebt in der Straße fort, an der sie liegt, der Rue du Jeu de paume, die im 18. Jahrhundert nach ihrer Nutzung als militärische Reitbahn Rue du Manège hieß. Die archäologische Untersuchung von 2021 fand den mit Terrakottafliesen bedeckten Spielbereich, die Fundamente einer Zuschauergalerie und stellenweise Reste der schwarzen Farbe, mit der die Wände gestrichen waren, um Flugbahn und Aufprall des Balls besser verfolgen zu können.
Das Gebäude befindet sich in der Rue du Jeu-de-Paume und durchläuft derzeit Restaurierungsarbeiten nach seiner Registrierung als historisches Denkmal. Besucher sollten beachten, dass das Innere möglicherweise begrenzt zugänglich ist, und es ist ratsam, vor dem Besuch lokale Informationen zu Öffnungszeiten einzuholen.
Die archäologische Untersuchung von 2021 legte unter späteren Böden eine Spielfläche aus Terrakottafliesen und die Fundamente einer Zuschauergalerie frei. Stellenweise erhalten sind Reste der schwarzen Wandfarbe, die half, Flugbahn und Einschläge des Balls zu verfolgen.
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