Oppidum von La Chaussée-Tirancourt, Eisenzeitliches Oppidum in La Chaussée-Tirancourt, Frankreich
Das Oppidum von La Chaussée-Tirancourt ist ein 35 Hektar großer, abgeschnittener Sporn zwischen dem Somme-Tal, dem Acon-Tal und dem künstlich angelegten „Fossé Sarrazin“. Sein in Kreide gegrabener Graben ist 457 m lang und 12 m breit, dahinter ein Erdwall von 27 m Dicke an der Basis. Die Ausgrabungen legten ein 5 m breites Tor mit einem 20 m langen befestigten Gang, neun Nägel eines Torflügels und Spuren eines hölzernen Wachturms frei.
Lange wurde die Anlage als keltisches Oppidum gedeutet, doch ihre Datierung ist umstritten. Jean-Louis Brunaux setzt den Wall auf 40–25 v. Chr., nach den Gallischen Kriegen, sodass es ein römisches Lager wäre, das mit gallischen Techniken errichtet wurde. Ausgrabungen von 2014–2015 schlugen 60 v. Chr. vor, mitten in der Eroberung; die Funde stammen aus der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. Ein gallischer murus gallicus stützt sich auf eine neolithische Umfriedung von etwa 5000–2000 v. Chr.
Örtlich heißt die Anlage „camp César“, was mit der Deutung als römisches Lager zusammenhängt. Das Eingangstor lag dort, wo heute der Weg verläuft; bei den Grabungen fand man neun versetzt angeordnete Nägel, die einen Torflügel markierten. Der Fundplatz liegt neben dem archäologischen Park Samara.
Das Gelände ist groß und erfordert Zeit zum Erkunden, daher sollte man bequeme Schuhe und ausreichend Wasser mitbringen. Der Ort liegt in einer hügeligen Region mit feuchtem Klima, besonders bei Regen können einige Wege rutschig werden.
Unter der Erde verbergen sich mehrere verborgene Strukturen, die nur mit speziellen Sensoren erkannt werden können, was die alte Ansiedlung noch rätselhafter macht. Diese unsichtbaren Spuren deuten darauf hin, dass Menschen bereits lange vor der Errichtung der bekannten Befestigung an diesem Ort lebten.
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