Pitsunda Cathedral, Östlich-orthodoxe Kathedrale in Pitsunda, Georgien.
Die Pitsunda-Kathedrale ist eine ostorthodoxe Kirche in der Küstensiedlung Pitsunda in Georgien, errichtet nach einem kreuzförmigen Grundriss mit drei Innenschiffen und drei halbrunden Apsiden. Die Außenwände sind aus abwechselnden Lagen aus Stein und Ziegel gefertigt, was dem Bauwerk ein deutlich gestreiftes Erscheinungsbild verleiht.
Im 4. Jahrhundert stand hier eine Basilika, an der Bischof Stratophilos wirkte, ein Teilnehmer des Konzils von Nicäa 325. Justinian I. ließ im 6. Jahrhundert eine neue Kirche errichten; ab 541 bestand dort ein Bischofssitz, an dem die erste Taufe der Abchasen stattfand. Die heutige Kreuzkuppelkathedrale entstand Ende des 10. Jahrhunderts unter König Bagrat III. von Georgien und war bis zum späten 16. Jahrhundert Sitz des georgisch-orthodoxen Katholikats von Abchasien, bis die osmanische Herrschaft den Katholikos nach Gelati führte. 1869 wurde sie neu geweiht, nachdem Abchasien Teil des Russischen Reiches geworden war.
Die Kathedrale ist dem Apostel Andreas geweiht; in ihrem westlichen Teil befindet sich eine Grabkammer mit zwei Gräbern, die Andreas und Simon Kananäus zugeschrieben werden und durch Fresken der beiden Apostel gekennzeichnet sind. Eine georgische Handschrift der vier Evangelien aus dem 12. Jahrhundert, die 1830 hier gefunden wurde, wird heute in Tiflis aufbewahrt.
Das Gelände liegt in einem geschützten Kulturareal an der Küste und ist täglich für Besucher zugänglich. Da der Standort sehr sonnig und weitgehend ungeschützt ist, empfiehlt es sich, bequeme Schuhe zu tragen und sich auf einen Aufenthalt im Freien vorzubereiten.
In der Kirche steht eine Pfeifenorgel aus Deutschland, die in den 1970er Jahren eingebaut wurde und bis heute bei Konzerten gespielt wird. Dieses Instrument macht das Gotteshaus zu einem der wenigen orthodoxen Kirchengebäude der Region, in dem regelmäßig klassische Konzerte stattfinden.
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