Fertőrákos mithraeum, Römisches Heiligtum in Fertőrákos, Ungarn.
Das Fertőrákos-Mithraeum ist eine unterirdische Tempelanlage mit trapezförmigem Grundriss und gewölbter Steindecke. Die südliche und östliche Wand sind aus gewachsenem Felsen gearbeitet, während die anderen Seiten durch Mauerwerk geschlossen werden.
Zwei Altäre, die Männer aus Carnuntum nennen, darunter der Dekurio Lucius Avitus Maturus, scheinen den Bau des Tempels um den Beginn des 3. Jahrhunderts n. Chr. angestoßen zu haben. Nach der Entdeckung durch György Malleschitz 1866 finanzierte ein lokaler Magistrat die Wiederherstellung des steinernen Gewölbes des Heiligtums, den ersten Rekonstruktionsversuch an einer archäologischen Stätte in Ungarn. Dieses Dach wurde später abgetragen; das heutige Schutzgebäude entstand nach den Grabungen von 1990–1991.
Zwei Altäre nennen Männer aus Carnuntum: Lucius Avitus Maturus, Dekurio der Kolonie, und Septimius Iustinianus, Waffenwart der Legio XIIII Gemina Antoninianae. Ihre Gelübde, die sie gern und verdientermaßen erfüllten, lassen vermuten, dass diese Weihungen den Bau des Tempels anstießen. Die Funde, darunter die Altäre, werden im Museum von Sopron aufbewahrt.
Der Eingang führt über vier Stufen hinunter in den Innenraum, der sich etwa 80 Zentimeter unter dem natürlichen Gelände befindet. Besucher sollten mit niedrigen Decken und gedimmtem Licht rechnen und bequeme Schuhe tragen.
Die trapezförmige Form ist ungewöhnlich für römische Tempel und entstand durch die Anpassung an die natürliche Felsenformation des Steinbruchs. Dieser Kompromiss zwischen religiösem Idealplan und geografischen Zwängen macht das Bauwerk besonders informativ für Archäologen.
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