Tempio Italiano, Synagoge in Jerusalem, Israel
Der Tempio Italiano ist eine Synagoge im zweiten Stock des ehemaligen Schmidt-Schulgebäudes am Rechov Hillel 25, Teil des Ensembles Mitcham Schmidt. Die Ausstattung kam vollständig aus der verlassenen Synagoge von Conegliano Veneto: ein barocker Toraschrein aus vergoldetem Holz, flankiert von zwei gewundenen Säulen, Kirschbaumvertäfelung, Nussbaumbänke und ein Waschbecken aus rotem Marmor, dessen Figuren an Ohr, Nase und Mund beschädigt sind. Die Frauensynagoge folgt dem ursprünglichen Grundriss.
Die Ausstattung der Synagoge stammt aus Conegliano Veneto, wo die Juden 1637 in ein Ghetto gezwungen wurden und die neue Synagoge entstand; ihr Toraschrein wurde 1701 geweiht, wie eine bis heute erhaltene Inschrift belegt. Um 1900 stand die Synagoge leer. 1948 genehmigten die jüdische Gemeinde Venedigs und Großrabbiner Elio Toaff die Übergabe des Interieurs, das 1952 im ersten Stock des ehemaligen Schmidt-Schulgebäudes in der Rechov Hillel 25 neu eingeweiht wurde.
Die Gebete folgen hier dem italienischen Ritus, dem Minhag der Bnej Roma, nicht dem sephardischen oder aschkenasischen Brauch. Die Synagoge ist neben kleinen Minjanim in Jerusalem und Netanja einer der wenigen Orte außerhalb Italiens, an denen dieser Ritus noch gepflegt wird. Sie dient der Gemeinde auch für Hochzeiten und Feiern; der israelische Film Schnee im August (1993) über eine italienisch-jüdische Familie in Jerusalem verlegt das kulturelle Leben seiner Figuren in diese Synagoge.
Die Synagoge liegt im zweiten Stock des ehemaligen Schmidt-Schulgebäudes in der Rechov Hillel 25; der Zugang führt über das Nahon-Museum für italienisch-jüdische Kunst, dessen Zentrum sie bildet. Besucher werden sonntags bis donnerstags nach den Öffnungszeiten des Museums eingelassen; freitags, samstags und an jüdischen Feiertagen bleibt sie geschlossen. Gottesdienste im italienischen Ritus finden an Schabbat und Feiertagen statt, daher sollte man die Zeiten prüfen, wenn man daran teilnehmen und nicht nur besichtigen möchte.
Das marmorne Waschbecken in der Vorhalle kam mit dem übrigen Inventar aus Italien; der ursprüngliche italienische Rabbiner brach den Figuren über den Hähnen Nase, Ohr und Mund ab, damit sie nicht für Götzenbilder gehalten würden. Die Betenden benutzen es noch heute.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 92.784 Mitwirkenden weltweit.