Gush Etzion Well's Aqueduct, Antike Wasserinfrastruktur in Gush Etzion, Israel.
Das Aquädukt von Gush Etzion ist eine antike Wasserleitungsanlage aus gemeißelten Tunneln und Kanälen, die in den Hügeln der Region verlaufen. Es war Teil eines ausgeklügelten Systems, das Wasser aus natürlichen Quellen in die Siedlungen des Gebiets transportierte.
Der in der Zeit des Zweiten Tempels gegen die Wassernot Jerusalems errichtete Aquädukt speiste sich aus den Quellen von Ein Bikura (Ein al-Biar), Aruv und Kuziba sowie denen um die Salomonsteiche. Die Mischna (Schekalim 4) nennt als Finanzierung den Überschuss der Halbschekel-Steuer. Eine Studie von 2022 schrieb den Bau Pontius Pilatus zu. Unter Türken und Briten instand gesetzt, lief er bis 1967.
Der Name Emet HaBiar bedeutet „die Wahrheit des Brunnens“, nach der Quelle Ein HaBiar, die den Kanal speist. Finanziert wurde der Aquädukt aus den übrig gebliebenen Schekeln des Tempelschatzes: Die Mischna, Traktat Schekalim, nennt den Wasserkanal, die Stadtmauer und ihre Türme als aus dem Überschuss der Kammer bezahlt. Heute betreten Besucher den in den Fels gehauenen Tunnel bei Ein HaMa'ayan, wo das Wasser etwa 30 cm hoch steht.
Der Zugang zu einigen Abschnitten des Aquädukts ist für Besucher möglich, wobei man stellenweise durch die Wasserkanäle waten kann. Es wird empfohlen, festes Schuhwerk zu tragen und auf die Bodenbeschaffenheit zu achten, da die Strecke uneben sein kann.
An einigen Stellen können Besucher durch dieselben Wassergänge gehen, die seit Jahrhunderten Wasser transportieren. Diese unmittelbare Erfahrung verbindet die heutige Zeit mit dem alltäglichen Leben früherer Bewohner auf eine unerwartete Weise.
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