Chhatrapati Shivaji Maharaj Terminus, Bahnhof im Fort-Bezirk, Mumbai, Indien
Der Indo-Saracenic-Bau erstreckt sich über einen ganzen Straßenblock mit einer massiven Sandsteinfassade, die spitze Bögen, Türme und eine zentrale Kuppel kombiniert. Steinschnitzereien mit floralen Mustern und geometrischen Designs schmücken die Außenmauern und Eingänge. Das Hauptgebäude verfügt über hohe Decken mit Holzbalken, Buntglasfenster und Marmortreppen, die zu verschiedenen Ebenen führen. Bahnsteige erstrecken sich hinter der Haupthalle und verbinden Vorortzüge mit Fernverbindungen unter einer weitläufigen Dachkonstruktion aus Eisen und Glas.
Die britische Kolonialverwaltung beauftragte Frederick William Stevens mit dem Entwurf eines neuen Endbahnhofs für die Great Indian Peninsula Railway im Jahr 1878. Der Bau dauerte zehn Jahre und wurde 1888 anlässlich des Goldenen Thronjubiläums von Königin Victoria fertiggestellt. Axel Haig trug architektonische Zeichnungen bei, während indische Steinmetze und Handwerker die dekorativen Elemente ausführten. Der Bahnhof wurde ursprünglich Victoria Terminus genannt und 1996 zu Ehren des Maratha-Kriegers Shivaji umbenannt. Die UNESCO verlieh ihm 2004 den Weltkulturerbe-Status.
Der Bahnhof steht als Symbol für Mumbais koloniale Vergangenheit und bleibt ein aktives Zentrum für Millionen von Pendlern, die täglich durch seine Hallen strömen. Die Architektur verbindet westliche Gotik mit traditionellen indischen Elementen und demonstriert die kulturelle Verschmelzung der Ära. Lokale Handwerker schufen aufwendige Steinmetzarbeiten, Statuen und dekorative Details, die das Können regionaler Kunsttraditionen zeigen. Das Gebäude prägt die Identität des Fort-Viertels und dient als Treffpunkt sowie Wahrzeichen für Einheimische und Besucher.
Der Bahnhof liegt im Fort-Viertel und ist über mehrere Buslinien, Taxis und die Metro-Station Chhatrapati Shivaji Maharaj Terminus erreichbar. Die Haupthalle ist täglich für Besucher geöffnet, wobei frühe Morgenstunden oder späte Abende weniger überfüllt sind. Gepäckaufbewahrung, Wartebereiche und Erfrischungsstände befinden sich in verschiedenen Bereichen des Terminals. Fotografieren ist im Außen- und Hallenbereich erlaubt, jedoch nicht auf den Bahnsteigen ohne Genehmigung. Planen Sie mindestens 45 Minuten ein, um die architektonischen Details zu betrachten.
Eine Skulptur namens Progress thront auf der zentralen Kuppel und stellt eine weibliche Figur mit einer brennenden Fackel dar, die technologischen Fortschritt symbolisiert. Die zehn Steinmedaillons an der Vorderfassade zeigen Porträts von Ingenieuren, Architekten und Verwaltungsbeamten, die am indischen Eisenbahnsystem beteiligt waren. Löwen- und Tigerfiguren flankieren das Hauptportal und repräsentieren britische und indische Identitäten. Das Gebäude enthält über sechzig Büros, die ursprünglich für Eisenbahnverwaltungsaufgaben genutzt wurden und jetzt verschiedene betriebliche Funktionen erfüllen.
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