Siachen-Gletscher, Umstrittener Gletscher in der Karakorum-Kette, Indien.
Der Siachen-Gletscher erstreckt sich über 75 Kilometer durch das Karakorum-Gebirge und bildet eine natürliche Barriere zwischen Indien und Pakistan in Höhen bis zu 6115 Metern. Das Eisfeld speist mehrere Flüsse und liegt in einer Zone, die seit Jahrzehnten von beiden Ländern militärisch besetzt ist.
Der britische Forscher Henry Strachey dokumentierte 1848 den ersten detaillierten Bericht über den Siachen-Gletscher, was zu weiteren Kartierungsexpeditionen in den frühen 1900er Jahren führte. Seit 1984 ist das Gebiet Schauplatz eines langanhaltenden Konflikts zwischen indischen und pakistanischen Truppen.
Der Name stammt aus der Balti-Sprache und verbindet die Wörter sia für wilde Rosen mit chen für Fülle, was auf das Land hinweist, wo diese Blumen wachsen. Militärpersonal beider Seiten betrachtet den Dienst hier als eine der härtesten Prüfungen, die Soldaten in extremer Höhe und Kälte durchlaufen können.
Die Gegend ist für zivile Besucher gesperrt und ausschließlich militärischem Personal mit spezieller Ausrüstung für Temperaturen bis minus 50 Grad Celsius und Höhen über 5000 Metern zugänglich. Jede Aktivität erfordert Akklimatisierung und strenge medizinische Überwachung wegen der lebensbedrohlichen Bedingungen.
Das Eisfeld gilt als das höchstgelegene Schlachtfeld der Erde, wo Umweltbedingungen seit 1984 mehr Opfer gefordert haben als direkte militärische Auseinandersetzungen. Helikopter können hier nur an wenigen Tagen im Jahr landen, weil die dünne Luft und starke Winde den Flugbetrieb fast unmöglich machen.
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