Radha Ramana, Hindu-Tempel in Vrindavan, Indien.
Der Radha Ramana ist ein Tempel in Vrindavan, dessen Fassade aus hellbraunem Sandstein eine geschwungene Dachlinie mit fünf vielpassförmigen Arkadenöffnungen über einem Balusterbalkon besitzt. Darunter wird ein Eingangsbogen von kunstvollen Reliefschnitzereien gerahmt und von Konsolen getragen. Schilder über dem Bogen tragen die Aufschriften „श्री राधा रमण मंदिर“ und „राधा रमण मन्दिर“; ein rotes Banner links zeigt „श्री राधारमण देव“ und „प्राकट्योत्सव“.
Gopala Bhatta Goswami, Sohn des Srirangam-Priesters Venkata Bhatta, kam mit dreißig Jahren nach Vrindavan, nachdem Chaitanya Mahaprabhu ihn eingeweiht hatte. In Nepal sammelte er zwölf Shaligramas aus dem Kali-Gandaki-Fluss; einer davon, der Damodara-Shila, soll die Gestalt des flötenspielenden Krishna angenommen haben. Der Tempel, der kürzlich sein 500-jähriges Bestehen feierte, bewahrte seine Bildgestalt während der Überfälle Aurangzebs im 17. Jahrhundert in Vrindavan, als andere Bilder außerhalb der Stadt versteckt wurden.
Der Name Radha Ramana bedeutet „Liebhaber (ramana) der Radha“. Die Gläubigen betrachten die Gottheit als lebendig: Täglich wird einer ausgewählten Familie die Aufgabe übertragen, sie zu wecken, zu kleiden und zu speisen. Die Figur wird mit Pfauenfedern, einer Krone, gelbem Stoff und einer glänzenden Vaijayanti-Girlande geschmückt, dazu Ohrschmuck und ein Tilaka auf der Stirn. Jeden Abend wird im Tempel klassische indische Andachtsmusik aufgeführt.
Der Tempel steht in Vrindavan im Distrikt Mathura, Uttar Pradesh; seine Sandsteinfassade zeigt fünf geschwungene Öffnungen und einen Balkon mit Balustrade. Abends wird klassische devotional Musik gespielt, ein Besuch am Abend bietet daher mehr als der Darshan am Tag. Besucher kleiden sich zurückhaltend und ziehen vor dem Betreten des Schreins die Schuhe aus.
Gopala Bhatta erhielt zwölf Shaligramas aus dem Kali-Gandaki-Fluss; elf blieben runde Steine, während der zwölfte, der Damodara-Shila, der Überlieferung nach die dreifach gebogene Gestalt Krishnas annahm. Gläubige sagen, die Gottheit sei lebendig und einer Familie werde die tägliche Pflicht zuteil, sie zu bedienen.
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