Kermanschah, Hauptstadt im Westen des Iran
Kermanshah ist eine Großstadt in der Provinz Kermanschah im Westen des Iran, die sich auf 1350 Metern Höhe in einem fruchtbaren Tal entlang des Flusses Qareh Su ausbreitet. Die Stadt verbindet das Mittelmeergebiet mit Zentralasien und funktioniert als landwirtschaftliches Zentrum mit mechanisierten Bewässerungssystemen, die Weizen, Gerste, Mais, Obst und Gemüse in den umliegenden Tälern produzieren.
Der sassanidische Herrscher Bahram IV gründete die Siedlung im Jahr 390 nach Christus als Rastplatz für militärische Truppen auf dem Weg zwischen Mesopotamien und den östlichen Provinzen. Die Stadt wuchs zu einem wichtigen Verwaltungszentrum für die Region und diente später unter verschiedenen Dynastien als Knotenpunkt an Handelsrouten.
Die Einwohner sprechen Südkurdisch im Alltag und pflegen Musiktraditionen, die in Teehäusern und bei Familienfeiern gespielt werden. Diese Melodien verbinden persische und türkische Einflüsse durch gemeinsame Instrumente wie die Tanbur, eine Langhalslaute, die in der Region seit Jahrhunderten erklingt.
Die Stadt liegt an einer wichtigen Verkehrsachse zwischen Bagdad und Teheran, was die Anreise aus beiden Richtungen erleichtert. Das Klima ist gemäßigt mit heißen Sommern und kalten Wintern, wobei der Frühling und Herbst die angenehmsten Reisezeiten sind.
Die Behistun-Inschrift in der Nähe enthält Text in drei alten Sprachen auf einer Felswand und half Gelehrten, die frühen persischen Schriftsysteme zu entschlüsseln. Die mehrsprachige Gravur wurde im 19. Jahrhundert zum Schlüssel für das Verständnis der Keilschrift, ähnlich wie der Stein von Rosetta für ägyptische Hieroglyphen.
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