Biblioteca Malatestiana, Öffentliche Bibliothek in Cesena, Italien
Die Biblioteca Malatestiana ist eine öffentliche Bibliothek in Cesena in der Emilia-Romagna und bewahrt ihre ursprüngliche Anlage aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Der Lesesaal besteht aus drei Schiffen mit hölzernen Gewölben, zwischen denen sich 58 Holzpulte für Manuskripte befinden.
Malatesta Novello gründete die Bibliothek 1452 und stattete sie mit Codices aus, die teils aus Klostertraditionen, teils aus der humanistischen Gelehrsamkeit stammten. Sie wurde zwei Jahre vor der Einführung des Buchdrucks durch Gutenberg fertiggestellt und zählt zu den letzten Bibliotheken, die für handgeschriebene Manuskripte entworfen wurden.
Die an Pulten befestigten Ketten dienten ursprünglich dem Schutz der Handschriften und bilden heute ein Zeugnis dafür, wie Bücher bewahrt wurden, als sie noch selten waren. Zwischen liturgischen Texten und Werken griechischer Philosophen spiegelt die Sammlung die Verbindung von klösterlicher Gelehrsamkeit und humanistischer Neugier wider.
Wer die Bibliothek besuchen möchte, erreicht Cesena von Bologna aus in etwa anderthalb Stunden mit dem Zug. Die Lesesäle sind hell und profitieren von seitlichen Fenstern, die das Tageslicht gleichmäßig verteilen und den Raum ruhig erscheinen lassen.
Die Farbgestaltung der Innenräume folgt den Farben des Wappens der Malatesta-Familie: weiß gestrichene Säulen, rötliche Terrakotta-Fußböden und Wände in Grüntönen. Diese dreiteilige Kombination verleiht dem Raum eine harmonische Einheit und verbindet Architektur mit der Identität der Gründerfamilie.
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