Gleno-Talsperre, Staudammruine in Provinz Bergamo, Italien.
Die Gleno-Talsperre ist eine verfallene Staumauer in der Provinz Bergamo, Italien, auf 1.534 Metern Höhe in den Alpen gelegen. Zwei große Betonsegmente ragen aus dem Felsgrund empor, von denen eines schräg nach vorne geneigt ist, während das andere aufrecht gegen die dahinterliegende Felswand steht.
Die Staumauer wurde zwischen 1916 und 1923 während und nach dem Ersten Weltkrieg als Wasserreservoir erbaut und stürzte am 1. Dezember 1923 ein, wobei sechs Millionen Kubikmeter Wasser mehrere Dörfer hinunter ins Tal rasten. Der Einsturz tötete 356 Menschen und führte dazu, dass Italien neue Vorschriften für Staubauprojekte verabschiedete.
Der Ort trägt seinen Namen von einem nahegelegenen Dorf und zieht Wanderer an, die auf schmalen Pfaden durch die Bergwiesen zum Fuß der Betonwände gelangen. An einem Gedenktag im Spätherbst versammeln sich Angehörige und Gemeinden aus den umliegenden Tälern für eine Zeremonie unter freiem Himmel, bei der Kränze niedergelegt und Geschichten über die betroffenen Familien geteilt werden.
Der Ausgangspunkt für die Wanderung liegt bei Pianezza, wo Fahrzeuge geparkt werden können, und ein ausgeschilderter Pfad führt in etwa zwei Stunden bergauf zu den Ruinen. In der Sommersaison verkehrt ein Shuttlebus von einigen Bergdörfern aus bis zum Parkplatz, um den Aufstieg zu erleichtern.
Die Konstruktion verband zum ersten Mal weltweit den Bogen- und Schwergewichtsstaudammtyp in einem einzigen Bauwerk, eine Technik, die sich als instabil erwies. Nach dem Unglück änderte Italien seine Planungsrichtlinien für Wasserbauten grundlegend und führte strengere Prüfverfahren für Ingenieure ein.
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