Santa Maria Formosa, Renaissancekirche im Stadtteil Castello, Venedig, Italien
Santa Maria Formosa ist eine Backsteinkirche im Sestiere Castello in Venedig, die zwei voneinander unabhängige Fassaden besitzt: eine zur Seite des Kanals und eine zur Seite des Platzes. Jede Fassade folgt einem eigenen architektonischen Stil, wobei die Kirche im Inneren einen einschiffigen Grundriss mit Seitenkapellen aufweist.
An diesem Ort soll sich bereits seit dem 7. Jahrhundert eine Kirche befunden haben, doch das heutige Gebäude wurde Ende des 15. Jahrhunderts vom Architekten Mauro Codussi neu errichtet. Im 17. Jahrhundert wurden die Barockfassaden hinzugefügt, als wohlhabende venezianische Familien ihre Wohltaten an der Kirche durch sichtbare Bauten zum Ausdruck brachten.
Die Kirche liegt an einem kleinen Campo, der heute als lebhafter Treffpunkt im Viertel gilt. An Markttagen füllt sich der Platz vor dem Eingang mit Einheimischen, was dem Ort ein alltägliches Gepräge gibt, das man in touristischeren Teilen Venedigs kaum noch findet.
Die Kirche liegt nur wenige Gehminuten vom Markusplatz entfernt und ist gut zu Fuß erreichbar. Ein Besuch am frühen Morgen lohnt sich, da das Licht durch die Seitenfenster fällt und die Kapellen gut zu sehen sind.
Einer der Masken, die das Gesicht eines alten Mannes an der Barockfassade zieren, wird eine groteske, fast erschreckende Wirkung nachgesagt, die im Widerspruch zur religiösen Würde des Gebäudes steht. Dieser Kopf soll laut Überlieferung das Antlitz eines Söldnerführers sein, der der Kirche gegenüber seinen Sitz hatte.
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