Palazzo Tiepolo, Renaissancepalast in San Polo, Venedig, Italien.
Der Palazzo Tiepolo ist ein Renaissancepalast aus dem 16. Jahrhundert am Canal Grande in San Polo, zwischen Palazzo Tiepolo Passi und Palazzo Pisani Moretta. Seine viergeschossige Fassade, durch drei Gesimse gegliedert, zeigt zwei Zwillingsbogentüren und je eine Quadrifora mit Balkon an den beiden Hauptgeschossen. Außen sind Reste von Fresken Andrea Schiavones erhalten.
Der Palazzo entstand in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts für die Familie Tiepolo an der Stelle eines älteren Baus, vermutlich venetisch-byzantinischen Ursprungs; der Architekt ist unbekannt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wohnten hier dauerhaft die exilierten montenegrinischen Prinzessinnen Darinka und ihre Tochter Olga. Vor dem Ersten Weltkrieg lebte der deutsche Schriftsteller Franz Joseph von Bülow im Palazzo.
Der Palast trägt den Namen der Familie Tiepolo, die ihn in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichten ließ. Im Inneren ist der Portego, der zentrale Durchgangssaal, mit Fresken von Jacopo Guarana geschmückt, die Räume tragen farbige Stuckarbeiten. An der Fassade sind Reste der Fresken Andrea Schiavones, genannt lo Schiavone, erhalten; sie sind schlecht erhalten und warten auf eine Restaurierung.
Der Palast steht am Nordufer des Canal Grande im Sestiere San Polo, zwischen Palazzo Soranzo Pisani und Palazzo Pisani Moretta, und ist von den vorbeifahrenden Vaporetti der Linien 1 und 2 zu sehen. Ein Landeingang steht Besuchern nicht offen; die Wassertür führt zum Kanal. Die Fassade betrachtet man vom gegenüberliegenden Ufer oder vom Boot aus.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wohnten zwei verbannte montenegrinische Prinzessinnen im Palast, Darinka und ihre Tochter Olga, die dort dauerhaft Aufnahme fanden. Ihr Aufenthalt ist ein weniger bekannter Abschnitt als die Zeit des deutschen Schriftstellers Franz Joseph von Bülow, der vor dem Ersten Weltkrieg hier lebte.
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