Basilica di San Prospero, Renaissancebasilika in Reggio Emilia, Italien.
Die Basilica di San Prospero ist eine Renaissancekirche an der Piazza San Prospero im Zentrum von Reggio Emilia, als dreischiffige Anlage über lateinischem Kreuz errichtet. Ihre spätbarocke Fassade von Giovanni Battista Cattani, 1748–1753 ergänzt, trägt elf Statuen von Heiligen und Kirchenlehrern. Rechts steht der unvollendete achteckige Glockenturm, entworfen von Cristoforo Ricci und überarbeitet von Giulio Romano. Im Inneren säumen glatte Säulen aus graubraunem Marmor mit geschnitzten Kapitellen das Schiff, dessen Tonnengewölbe Fresken von Camillo Procaccini zeigt.
Eine Kirche namens San Prospero di Castello stand vor 997 innerhalb der Mauern; in jenem Jahr weihte sie Papst Gregor V., nachdem Bischof Teuzone sie während seines Episkopats hatte errichten lassen. 1514 wurde die baufällige Kirche für die Erweiterung der Stadtmauern abgerissen, und der Neubau von Luca Corti und Matteo Florentino war 1527 fertig; die Nebenkapellen wurden bis 1543 vollendet, als die Basilika neu geweiht wurde. Der achteckige Glockenturm wurde 1536–1570 nach Entwürfen von Cristoforo Ricci und Giulio Romano wiederaufgebaut, die Fassade fügte Giovanni Battista Cattani 1748–1753 hinzu.
Der Name der Basilika geht auf den heiligen Prospero zurück, einen Bischof des 5. Jahrhunderts, dem die Rettung Reggios vor den Hunnen Attilas zugeschrieben wird, indem er die Stadt in Nebel hüllte. Im Presbyterium steht der Holzchor von 1545 aus der Werkstatt des Cristoforo da Venezia und seines Sohnes Giuseppe; die unteren Sitze könnten Intarsien des älteren Chors von Cristoforo und Lorenzo da Lendinara (1457–1461) enthalten.
Die Basilika liegt an der Piazza San Prospero im historischen Zentrum, wenige Schritte vom Dom und der Sala del Tricolore entfernt. Die sechs Löwen aus rotem Veroneser Marmor stehen auf dem gepflasterten Vorplatz vor der Fassade; dort klettern oft Kinder aus dem Viertel hinauf. Rechts der Fassade erhebt sich der unvollendete achteckige Glockenturm.
Sechs Löwen aus rotem Veroneser Marmor (1503) säumen den Kirchplatz; sie waren für einen Portikus mit drei Vorbauten bestimmt, der nie vollendet wurde. Die Tradition schreibt sie Gaspare Bigi zu, doch manche Forscher datieren die archaischen Figuren in die Romanik; sicher von ihm sind wohl nur die Sockel, und einer trägt das Profil Girolamo Pratonieris, des Geldgebers des Neubaus. Generationen von Kindern aus Reggio sind auf ihren Rücken geklettert.
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