Palazzo Guidi, Hausmuseum an der Piazza San Felice, Florenz, Italien.
Casa Guidi nimmt das Piano nobile eines Palazzos aus dem 15. Jahrhundert ein, der zwischen Via Mazzetta und Via Maggio einen spitzen Winkel bildet und zur Piazza San Felice blickt. Die im 19. Jahrhundert neu gestaltete Fassade hat vier Geschosse über sieben Achsen, mit zwei verwitterten Steinschilden der Ridolfi. Über dem Portal sitzt eine Gedenktafel von Niccolò Tommaseo aus dem Jahr 1861. In den 1840er Jahren wurden die Räume der Wohnung über zwei benachbarte Gebäude hinweg verbunden.
Die Familie Ridolfi errichtete den Palast im 15. Jahrhundert; nach der Pucci-Verschwörung von 1575 beschlagnahmte Cosimo I. de' Medici ihn und gab ihn dem Orden der Heiligen Stephanus, 1650 kaufte Admiral Camillo Guidi ihn. 1847 mieteten Robert und Elizabeth Barrett Browning das Piano nobile, wo 1849 ihr Sohn Pen geboren wurde und sie 1851 „Casa Guidi Windows“ schrieb; sie starb 1861. Pen kaufte das Haus 1893; die New Yorker Browning Foundation erwarb 1971 die Wohnung, die 1993 an Eton College ging.
Der Haushalt der Brownings war ein Zentrum der britischen Gesellschaft in Florenz, doch das Haus von Theodosia Trollope galt als unbeschwerter; die Tochter der Trollopes spielte mit Pen Browning. Elizabeths Gedicht „Casa Guidi Windows“ von 1851 verdankt seinen Titel den Fenstern des Gebäudes, von denen aus sie die Demonstrationen von 1847 und die Rückkehr der Habsburg-Lothringer 1848 beobachtete. Ein Klavier, auf dem Pen übte, steht noch im Schlafzimmer.
Casa Guidi ist von April bis November montags, mittwochs und freitags von 15 bis 18 Uhr geöffnet; der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Die Wohnung liegt im Piano nobile, daher sind Treppen zu überwinden. Wenn sie nicht von Eton-Schülern genutzt wird, wird sie über den Landmark Trust als Ferienwohnung vermietet.
Die Gedenktafel über dem Portal ließ die Stadt Florenz 1861 anbringen, im Todesjahr Elizabeth Barrett Brownings; der von Niccolò Tommaseo verfasste Text nennt ihre Verse einen goldenen Ring zwischen Italien und England. Zwei verwitterte Steinschilde an der Fassade zeigen noch das Wappen der Ridolfi, der Familie, die das Haus errichten ließ.
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