Kartause von Parma, Kartäuserkloster in Parma, Italien
Die Certosa di Parma ist ein ehemaliges Kartäuserkloster am westlichen Rand der Stadt, das eine barocke Kirche, zwei Kreuzgänge und eine Reihe traditioneller Mönchszellen umfasst. Die gesamte Anlage liegt innerhalb einer hohen Mauer und zeigt eine Mischung aus gotischen, barocken und neoklassizistischen Bauelementen.
Der Erzbischof Rolando Taverna di Spoleto gründete das Kloster 1285 und stiftete es dem Heiligen Hieronymus. Zwischen 1673 und 1722 erfolgte ein umfassender Neubau nach Plänen des Architekten Francesco Pescaroli, der dem Ensemble sein heutiges barockes Erscheinungsbild verlieh.
Der Kartäuserorden folgte strengen Schweige- und Einsamkeitsregeln, die sich in der Anlage der Zellen und Höfe widerspiegeln. Besucher können heute die Fresken im Kircheninneren betrachten, die religiöse Szenen in kräftigen Farben und bewegten Kompositionen zeigen.
Das Gelände dient heute als Ausbildungsstätte für Gefängnispolizei, weshalb der Zugang zum größten Teil eingeschränkt ist. Die Kirche und Teile des Hauptkreuzgangs können während bestimmter Zeitfenster besucht werden, doch eine vorherige Anfrage wird empfohlen.
Die Anlage beherbergte ab dem 15. Jahrhundert eine der ersten Druckwerkstätten Norditaliens, in der liturgische Bücher hergestellt wurden. Nach der Aufhebung des Klosters nutzte man die Räume als Tabakfabrik, bevor das Gebäude im 20. Jahrhundert seine heutige Funktion erhielt.
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