Chiesa di Ognissanti, Romanische Kirche in Trani, Italien
Die Chiesa di Ognissanti ist eine romanische Kirche des 12. Jahrhunderts am Hafenrand von Trani, auch dei Templari oder del Purgatorio genannt. Ihre Fassade an einer inneren Straße wird von einem äußeren Portikus mit darüber gebauten Häusern verdeckt. Drei rechteckige Portale tragen skulptierte Lünetten: die Verkündigung am mittleren, zwei an einer Weinranke pickende Pfauen am linken. Hinten zum Meer hin springen drei kleine halbrunde Apsiden vor.
Die Kirche wurde wahrscheinlich im 12. Jahrhundert gegründet, wie mehrere Dokumente belegen, während die Apsiden und der Skulpturenschmuck dem folgenden Jahrhundert zugeschrieben werden. Sie stand am Hafen, wohl mit eigenem Anlegeplatz, außerhalb der Stadtmauern, die den Hafen erst mit der von Friedrich II. betriebenen Erweiterung umschlossen. Wahrscheinlich beeinflusste die Kaufmannskolonie von Ravello sie: 1170 vermachte der Notar Orso Rogadeo der Kirche einen Weinberg, und Familien aus Ravello hatten später das Patronat.
Die Einheimischen nennen sie Kirche des Purgatoriums, ein Name, den sie Anfang des 19. Jahrhunderts erhielt, als die Verehrung der Seelen im Purgatorium hierher verlegt wurde. Danach beherbergte sie Bruderschaften, zuerst die Erzbruderschaft der Beata Vergine dei Sette Dolori, später die Bruderschaft der Annunziata. Am Architrav der Sakristeitür sind im Flachrelief die Wappen der Ravello-Familien Rogadeo und Achonzaico neben dem der Lambertini eingemeißelt.
Die Fassade liegt an einer inneren Straße, die von einem äußeren Portikus überdeckt wird, über dem später Wohnhäuser errichtet wurden; die drei rechteckigen Portale öffnen sich zum Mittelschiff und den beiden Seitenschiffen. Am auffälligsten ist die meerseitige Rückseite mit drei kleinen, halbrund vorspringenden Apsiden. Die schmale Gasse namens Angiporto, die einst direkt zum Wasser führte, wurde im 19. Jahrhundert endgültig geschlossen.
Die Grabinschrift des Abtes und Arztes Konstantin ist auf einer wohl aus dem 12. Jahrhundert stammenden Platte beim rechten Eingangsportal eingemeißelt. Sie ist das einzige historische Zeugnis, das die Kirche mit ihrer mittelalterlichen Vergangenheit verbindet, und nährte lange den Glauben, er sei Templerabt gewesen, wofür es keinen Beleg gibt.
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