Catacombs of San Gennaro, Frühchristliche Katakomben in Rione Sanità, Neapel, Italien
Die Katakomben von San Gennaro sind eine frühchristliche Begräbnisstätte unter Neapel mit zwei Ebenen aus Tuffstein, in denen Gräber, Fresken und religiöse Kunstwerke erhalten sind. Die Anlage umfasst geräumige Gänge mit unterschiedlichen Grabtypen und zeigt die Bestattungskultur der frühen Gemeinde.
Die untere Ebene geht auf das 2.-3. Jahrhundert zurück, als das Grab einer reichen römischen Familie, deren Name durch den Verlust des Inschriftenmaterials unbekannt ist, den Kern des Friedhofs bildete. Ende des 3. Jahrhunderts wurden die Gebeine des heiligen Agrippinus, des sechsten Bischofs von Neapel, im unteren Vestibül beigesetzt, das so zum Verehrungsort wurde. Bischof Johannes I. ließ später die Reliquien des 305 gemarterten heiligen Januarius dorthin übertragen.
Der Name geht auf den heiligen Gennaro zurück, dessen Gebeine im 5. Jahrhundert hierher übertragen und 831 vom Langobardenfürsten Sicone I. nach Benevent gebracht wurden. Im Vestibül der unteren Ebene steht ein Taufbecken, das Bischof Paul II. 762 einrichten ließ, während er im Exil bei den Katakomben lebte. Zu sehen ist das Porträt des Märtyrers aus dem 5. Jahrhundert mit der Inschrift Sancto Martyri Januario.
Der Zugang erfolgt über eine Treppe bei der Kirche Incoronata a Capodimonte, die direkt zur oberen Ebene führt; der Weg steigt dann zum unteren Vestibül und zur Confessio des heiligen Gennaro hinab. Der Boden ist flach, aber staubig, mit unregelmäßigen Tuffpfeilern und einem tief gespannten Kabel im Vordergrund, daher sind geeignete Schuhe ratsam. An Pfeilern und Wänden sind kleine Lampen angebracht.
Die ältesten in den Katakomben gefundenen Öllampen stammen aus der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts und wurden in Neapel selbst hergestellt; unter den rund 200 geborgenen Stücken belegen 54 afrikanische rote Sigillatalampen importierte Ware. Achten Sie auf die kleinen Lampen an den Pfeilern und Wänden der Kammern.
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