San Michele Visdomini, Barockkirche im Zentrum von Florenz, Italien
San Michele Visdomini steht an der Piazza San Michele Visdomini, an der Ecke von Via Bufalini und Via dei Servi. Das einschiffige Innere ist von Seitenaltären gesäumt, und das Querschiff öffnet sich zu drei Kapellen, zwei davon seitlich der mittleren an der Rückwand. Die Fassade trägt ein großes Medaillon mit dem Wappen der Visdomini und der Aliotti, dazwischen Mitra und Bischofsstab, umgeben von einer teils lesbaren gotischen Inschrift, die beide Familien als Gründer und Patrone nennt.
Die ursprüngliche Kirche unter der Schirmherrschaft der Familie Visdomini wurde 1363 abgerissen, um Platz für die Tribunen des neuen Florentiner Doms zu schaffen. Der heutige Bau wurde 1364 begonnen; Bischof Andrea Corsini von Fiesole legte den ersten Stein auf einem Grundstück der Familie Del Palagio. Von 1552 bis 1782 versahen Zelestiner-Mönche den Dienst und führten einen radikalen Umbau durch, finanziert von Livia Vernazza, Witwe von Giovanni di Cosimo I. de' Medici, nach einem Entwurf von Michelangelo Pacini mit Francesco Masini.
Der Name Visdomini geht auf „vice domino“ zurück, den Titel eines Verwalters in einem bischöflichen Amt. Die Pucci-Kapelle birgt Pontormos Heilige Familie mit Heiligen, 1518 für Francesco Pucci gemalt. Die Kirche bewahrt zudem intarsierte Holzschränke des 15. Jahrhunderts aus San Pier Maggiore; eine Tafel an der Fassade erinnert an die Grablege des Malers Filippino Lippi.
Der Ort befindet sich an einem zentralen Kreuzungspunkt zwischen zwei wichtigen Straßen, was ihn leicht zu Fuß erreichbar macht. Besucher sollten bedenken, dass die Renovierungen über mehrere Jahrhunderte hinweg durchgeführt wurden, was zu unterschiedlichen architektonischen Stilen führt.
Die Überschwemmung von 1966 beschädigte die Kirche, und bei den Restaurierungen kamen im Querschiff Reste von Fresken und Sinopien des 14. Jahrhunderts zum Vorschein. Die Kapelle rechts der Hauptkapelle bewahrt Reste, die Spinello Aretino zugeschrieben werden; die linke Kapelle birgt ein Kruzifix des 14. Jahrhunderts, genannt dei Bianchi, das die Celestiner aus San Pier Murrone hierher brachten.
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