Condominio in San Jacopino, Wohngebäude im Stadtteil San Jacopino, Florenz, Italien.
Das Condominio in San Jacopino steht an der piazza San Jacopino 5b, Ecke via Ponte all'Asse, auf einem dreieckigen Grundstück, das einst die Villa-Fattoria Maragliano trug. Der Komplex von Marco Dezzi Bardeschi besteht aus einem L-förmigen Wohn- und Bürotrakt mit fünf bis sechs Vollgeschossen plus Mezzanin und Souterrain sowie einem eingeschossigen Gewerbetrakt senkrecht zur via Ponte all'Asse. Ein dreieckiges Treppenhausprisma schneidet in den Platz; von Geschoss zu Geschoss um 45 Grad gedrehte Quadratmodule wechseln Mauerwerk und Balkone, und der dunkelrotbraune Putz kontrastiert mit erbsengrünen Fensterrahmen, weiß an den Treppenhaustürmen und im verglasten Erdgeschoss.
Das Gebäude wurde 1973 von Marco Dezzi Bardeschi entworfen und die Bauarbeiten 1976 abgeschlossen. Es entstand als Teil der urbanen Entwicklung Florenz in den 1970er Jahren.
Der Spitzname „l'obbrobrio“ (die Schande) stammt aus Leserbriefen, die während der Bauzeit in der Florentiner Presse erschienen. Später erkannte die Kritik darin Bezüge zum organischen Expressionismus, zu Wrights Geometrie und zur Militärarchitektur sowie eine Verbindung zum nahen Mazzoni-Heizkraftwerk. Das gezackte Fassadenprofil entsteht aus unterschiedlich gedrehten Quadraten pro Geschoss, die mit Kreisen wechseln.
Das Gebäude ist aus der Straße leicht zu erkennen und hat einen deutlich sichtbaren Eingang zur Wohnanlage. Es liegt in einem gemischten Viertel mit guter Anbindung an die nähere Umgebung.
Kritiker nannten den Bau zunächst eine beleidigende Hässlichkeit, und die Stadtpresse druckte empörte Leserbriefe von Anwohnern und Fachleuten. Der Architekt Giovanni Klaus Koenig verteidigte ihn 1976 und erkannte Bezüge zum organischen Expressionismus, zu Wrights Geometrie und zur Militärarchitektur sowie eine Verbindung zum nahen Heizwerk von Mazzoni, dem einzigen anderen Bezugspunkt des Viertels.
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