Castello Mediceo, Renaissancefestung in Sansepolcro, Italien.
Das Castello Mediceo, auch Fortezza di Sansepolcro genannt, ist eine Renaissance-Festung, die in eine Ecke der Stadtmauer eingebettet ist. Der Grundriss ist nahezu quadratisch, mit vier herzförmigen Eckbastionen unterschiedlicher Größe; das untere Mauerwerk wird Giuliano da Sangallo zugeschrieben, die oberen Abschnitte sind später entstanden.
Giuliano da Sangallo erhielt um 1500 den Auftrag der Dieci di Balia von Florenz; die Arbeiten begannen zwischen Ende 1502 und Anfang 1503. Er bezog einen befestigten Borgo der Malatesta aus dem 14. Jahrhundert um die Rocca di Sant'Angelo ein, die auf einem römischen Turm errichtet worden war. Unter den Lothringern kam die Bewaffnung nach Florenz in die Fortezza da Basso; 1754 wurde die Festung Francesco Alberti überlassen, 1842 ging sie an die Collacchioni und 1904 in Privatbesitz über.
Die vier Eckbastionen heißen Belvedere, Santa Maria, San Casciano und San Leo; der Belvedere ist der größte. Durch die Bastion San Leo führt senkrecht ein runder Schacht, ein Rauchabzug für die auf ihren Etagen aufgestellte Artillerie. Im 19. Jahrhundert wurde die Festung zu einem privaten landwirtschaftlichen Gut, aus dieser Zeit stammt das Fuhrwerkstor.
Die Festung ist Privateigentum der Familie Tosi (seit 1916) und nicht als öffentliches Denkmal zugänglich; den quadratischen Grundriss und die vier herzförmigen Bastione erkennt man von außen und auf Luftaufnahmen. Der Innenboden liegt über zwei Meter über der Außenstraße, der Graben ist weitgehend verfüllt.
Der Bastion San Leo verbirgt einen runden Schacht, der die gesamte Struktur vertikal durchzieht, einen Rauchabzug für die auf ihren Etagen postierte Artillerie; seine Größe lässt auf großkalibrige Kanonen schließen, die wohl nach Sangallos Eingriff aufgestellt wurden. Das dritte Tor, versteckt hinter dem Ohr des Bastions San Leo, besaß eine Zugbrücke und ist älter als die umgebende Festung.
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