Palazzo Corner Mocenigo, Renaissancepalast in San Polo, Venedig, Italien
Der Palazzo Corner Mocenigo liegt in der Nordwestecke des Campo San Polo: Seine rechte Seiten- und die Rückfassade blicken auf den Platz, die Hauptfassade auf den Rio San Polo. Er steht auf einem unregelmäßigen Grundstück von etwa 48 mal 20,5 Metern und erreicht an der Traufe rund 24 Meter, womit er zu den größten Palästen Venedigs zählt. Das Gebäude hat sechs Geschosse: drei Hauptebenen (pé pian, erster und zweiter soler), denen je ein in den beiden Hauptgeschossen verborgenes Mezzanin entspricht, dazu ein Attikageschoss unter dem weiten Dach. Die Wasserfassade wirkt für ihre geringe Breite ungewöhnlich hoch; die zum Campo ausgerichtete, stärker verzierte Seite zeigt überlappende Drillingsfenster, Bossenwerk und Ecksteine.
Ein Haus aus dem 14. Jahrhundert an dieser Stelle brannte 1535 ab; Giovanni Corner beauftragte Michele Sanmicheli mit dem Neubau, die Arbeiten begannen 1551 und endeten 1564. Die Familie Corner behielt den Palast bis zur Heirat von Laura Corner mit Alvise Mocenigo im Jahr 1796, daher der Doppelname. Der italienische Staat kaufte ihn am 7. Dezember 1953 für die Guardia di Finanza.
Den Namen Ca' Corner Mocenigo trägt der Palast seit 1796, als Laura Corner, letzte Vertreterin des Zweiges San Polo in Campo, Alvise Mocenigo heiratete und das Gebäude als Mitgift einbrachte. Laura stammte von Giorgio Corner ab, dem Bruder der Caterina Cornaro, Königin von Zypern und Armenien von 1474 bis 1489. Sechs Jahrhunderte lang war der Palast Wohnsitz dieses Familienzweiges.
Der Palast ist nicht öffentlich zugänglich; er beherbergt das Regionalkommando der Guardia di Finanza. Die Hauptfassade blickt auf den Rio San Polo, die rechte Seitenfassade und die Rückfassade auf den Campo San Polo, sodass man das Gebäude vom Platz oder vom Wasser aus sieht. Der Landeingang am Platz ist die stärker verzierte Seite mit Dreifachfenstern und Bossenwerk.
Das Gebäude wurde mit einer römischen Bautechnik errichtet, bei der ungewöhnlich dünne Ziegel verwendet wurden, was es von typischen venezianischen Konstruktionsmethoden unterschied. Diese Wahl war technisch anspruchsvoll und zeigt die Innovationskraft des Architekten Michele Sanmicheli.
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