Sanctuary of San Besso, Bergheiligtum in Valprato Soana, Italien
Das Heiligtum San Besso ist ein Kultort auf 2.019 m Höhe, der mit einer ganzen Längsseite am Monte Fautenio lehnt, einem monolithischen Felsen von etwa 60 m Höhe und 40 m Breite im Zentrum eines Amphitheaters, das in der Rosa dei Banchi gipfelt. Es zeigt Merkmale der Alpenarchitektur: Schieferplatten als Dach, Mauern aus behauenem Stein und ein breiter Vorbau an der Fassade zum Schutz der Pilger.
Bei der Visite von Monsignore Asinari im Jahr 1647 gab es zwei Kapellen: eine kleinere, ganz unter der Felswand, mit der Jahreszahl 1548 an der Tür und einem kleinen Altar direkt auf dem Felsen; die andere stammt von 1618. 1660 liefen die Arbeiten zum Zusammenschluss und zur Erweiterung noch; die Kapelle von 1618 wurde zum Chor, die Arbeiten endeten 1669.
Die Verehrung des heiligen Besso verband jahrhundertelang die Bewohner des Soana-Tals und des Cogne-Tals, wie der Anthropologe Robert Hertz feststellte, und gehört zu ihrer Identität. Das Heiligtum ist Wallfahrtsort für beide Täler, und die Alpenhütte Bausano in seinen Räumen dient heute Wanderern.
Das Heiligtum liegt auf 2 019 m Höhe im Nationalpark Gran Paradiso. Ein kleiner, recht steiler Pfad führt auf den Gipfel des Monte Fautenio auf 2 072 m, wo eine Kapelle und ein Kreuz stehen; im Winter ist er wegen Schnee und Eis dringend abzuraten. Die Berghütte Bausano in den Räumen des Heiligtums dient Wanderern als Stützpunkt.
Die Restaurierung von 2020 unter Patrizia Gilli entfernte spätere Farbschichten und legte christliche Symbole und Bischofsbildnisse an Bögen und Gewölbe frei, vermutlich aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die Arbeiten wurden wegen erschöpften Budgets eingestellt, daher ist ein Teil der Dekoration noch sichtbar.
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