Sacro Speco di San Francesco, Mittelalterliches katholisches Heiligtum in Narni, Italien
Sacro Speco di San Francesco ist ein mittelalterliches religiöses Heiligtum auf einem Hügel in 600 Metern Höhe in Narni. Der Komplex besteht aus einer Kirche, einem Kreuzgang und alten Höhlenstrukturen, die in die natürliche Felswand eingebaut sind.
Benediktinermönche gründeten hier um das Jahr 1000 eine Eremitage, den Eremo di Sant'Urbano, mit dem Oratorium San Silvestro und mehreren Grotten. 1213 kam der heilige Franziskus hierher, und der Ort wurde zu einem franziskanischen Gebetszentrum. Das Kloster wurde über die Jahrhunderte erweitert, im 19. Jahrhundert aufgehoben und wiedereröffnet, und erst ab 1942 nach einer Restaurierung wieder von Brüdern bewohnt.
Die Kapelle San Silvestro wurde um das Jahr 1000 von Benediktinern errichtet; in ihrer Apsis zeigt ein Fresko aus dem 14. Jahrhundert das Kruzifix mit Madonna, Johannes dem Evangelisten, Franziskus und Silvester. Weitere Fresken stellen Klara, Hieronymus und Katharina von Alexandrien dar. Hinter der Apsis liegt der alte Brunnen, aus dem der Überlieferung nach das Wasser geschöpft wurde, das Franziskus in Wein verwandelte.
Der Zugang zum Heiligtum führt über den Fußweg Viale del Perdono; von der Einsiedelei leitet ein Weg durch den Wald zum Speco und den angrenzenden Gebäuden. Die Felsspalte fällt fast senkrecht ab, daher sind für die Wald- und Hangwege feste Schuhe nötig. Die kleine Kirche, der Kreuzgang aus dem 15. Jahrhundert und das Oratorium des heiligen Franziskus werden zu Fuß nacheinander besucht.
Hinter der Apsis des Oratoriums San Silvestro steht der alte Brunnen, aus dem der Überlieferung nach das Wasser geschöpft wurde, das Franziskus segnete und in Wein verwandelte. Zwei Fresken im benachbarten Oratorium San Francesco zeigen diese Szene. Die Steinszelle neben der Felsspalte birgt das hölzerne Bett, das die Brüder ihm während seiner Krankheit bauten.
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