Tempio italico, Archäologische Stätte in Castel di Ieri, Italien.
Der Tempio italico in Piè di Franci auf dem Gemeindegebiet von Castel di Ieri bewahrt das Podium des Tempels A: eine 15,12 m mal 19,80 m große Plattform aus Polygonmauerwerk mit Kalksteinplatten, die über eine Fronttreppe erreichbar ist. Hinter einer vier Säulen mit ionischen Kapitellen umfassenden Vorhalle lagen drei Räume; der mittlere birgt hinten in einer Nische den Sockel des Kultbildes. Der ältere Tempel B liegt etwa 2 m tiefer im Boden.
Der ältere Tempel B stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., während der jüngere Tempel A im 2. Jahrhundert v. Chr. mit Materialien aus dem früheren Bauwerk errichtet wurde. Die Umgestaltung zeigt eine kontinuierliche Nutzung und Anpassung des Heiligtums über mehrere Epochen hinweg.
Der zentrale Raum beherbergte einst eine religiöse Statue und zeigte geometrische Muster auf dem Boden, während Spuren von bemaltem Verputz an den Wänden erhalten blieben. Diese Dekoration enthüllte den Glauben und die künstlerischen Fähigkeiten der Bewohner.
Die Stätte liegt an der Provinzstraße Claudia Nova Richtung Goriano Sicoli, in der Ortschaft Piè di Franci, am Fuß einer Felswand, an der früher eine Quelle austrat. Die ausgegrabene Fläche misst 120 auf 90 Meter; Tempel B ist heute verschüttet, sodass der sichtbare Podium und die Freitreppe zu Tempel A gehören. Die Grabungen der archäologischen Aufsichtsbehörde der Abruzzen begannen 1987.
Der Boden des Mittelraums trägt ein Mosaik mit einem schwarz-weißen Labyrinth; in den Ecken stehen ein griechisches Kreuz, eine waagerecht gelegte Sanduhr als Zeichen der Unendlichkeit, eine Windrose und ein Rammspornkreuz. In der Mitte weist ein weißes Dreieck nach Westen, Richtung Rom, und eine zweizeilige Inschrift nennt die Magistrate der Tribus Sergia, die den Tempel restaurierten.
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