Villa Ferretti Angeli, Renaissance-Villa in Dolo, Italien
Villa Ferretti Angeli ist eine Residenz in Dolo mit ausgewogener architektonischer Gestaltung, bei der eine Kolonnade, ein Weinkeller, Ställe und eine Kapelle mit dem Hauptgebäude verbunden sind. Das gesamte Ensemble zeigt die typische Anordnung von Landsitzen venezianischer Kaufleute, bei der Wohnbereich und wirtschaftliche Funktionen eng beieinander liegen.
Der venezianische Zweig der Ferretti, Adlige aus Vicenza, beauftragte die Villa Ende des 16. Jahrhunderts bei Vincenzo Scamozzi, der die Pläne am 12. August 1596 übergab. Die Arbeiten endeten 1600, wie eine Inschrift unter dem Giebel der Hoffassade samt Name des Bauherrn belegt. Im 19. Jahrhundert ging die Villa an die Mocenigo über, 1961 kaufte sie die Sidecison der Montedison-Gruppe und stellte ihr ursprüngliches Aussehen wieder her.
Der Name der Villa nennt ihre aufeinanderfolgenden Besitzer: die Ferretti aus Vicenza, die sie in Auftrag gaben, dann die Familien Rigoni und Angeli und ab dem 19. Jahrhundert die venezianischen Mocenigo, von denen einige noch in der privaten Kapelle bestattet sind. Diese entstand gleichzeitig mit der Villa, fehlt aber in Scamozzis Plan, und wiederholt die Pilaster der Fassade, die vereinfachten Rahmen von Türen und Fenstern sowie den Dreiecksgiebel.
Der Ort befindet sich in Dolo und ist heute als Berufsschule genutzt, daher sind Besichtigungen außerhalb der Öffnungszeiten begrenzt. Wer einen Besuch plant, sollte sich vorher informieren, ob und wann die Villa für Besucher zugänglich ist.
Die Villa wurde 1961 von der Sidecison der Montedison-Gruppe gekauft, die sie restaurierte und in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzte. Bis 1993 beherbergte sie das Liceo scientifico statale "Galileo Galilei"; heute gehört sie der Provinz Venedig und ist Sitz der Provinzdirektion von EnAIP Veneto, einer Einrichtung der Berufsbildung.
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