San Leucio, Archäologische Stätte in Canosa di Puglia, Italien
San Leucio ist eine verfallene Kirche aus dem 6. Jahrhundert in Canosa di Puglia, die Bischof Sabinus auf den Fundamenten eines hellenistischen Tempels errichten ließ. Der Grundriss ist ein doppeltes Tetraconch: ein äußerer Quadratbau mit vier halbkreisförmigen Apsiden, ein inneres Quadrat aus vier Säulen und ein vierarmiger Umgang mit Tonnengewölben. Die Böden tragen geometrische Mosaiken, darunter ein aus dem Tempel wiederverwendetes Kieselmosaik.
Hier stand vom späten 4. bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. ein hellenistischer Tempel etruskisch-italischen Grundrisses auf hohem Podest mit Mitteltreppe, flankiert von zwei großen Telamonen. Nach Aufgabe des heidnischen Baus ließ Bischof Sabinus im 6. Jahrhundert auf dessen Fundamenten eine den Heiligen Cosmas und Damian geweihte Kirche errichten und verwendete die Baustoffe wieder. Wahrscheinlich durch ein Erdbeben beschädigt und noch im selben Jahrhundert mit Strebepfeilern und Kuppel wiederaufgebaut, wurde sie im 8. Jahrhundert dem heiligen Leucio neu geweiht, nachdem dessen Gebeine von Brindisi nach Trani übertragen worden waren.
Der Name geht auf den heiligen Leucius zurück, dem die Kirche im 8. Jahrhundert neu geweiht wurde, nachdem seine Gebeine von Brindisi nach Trani übertragen worden waren und sein Kult sich hier verbreitete. In der Westapsis zeigt ein erhöhtes Presbyterium mit großem Altar unter einem Ziborium Mosaiken zweier einander zugewandter Pfauen beiderseits einer Blume auf einem großen Akanthuskorb, ein Paradiesmotiv, das ein Flechtband rahmt.
Der Zugang erfolgt über geführte Touren, die die architektonischen Elemente und den historischen Kontext der Strukturen erklären. Es ist hilfreich, bequeme Schuhe zu tragen und sich auf unebenes Gelände vorzubereiten, da es sich um eine aktive Ausgrabungsstätte handelt.
Der Nordarm des Umgangs bewahrt einen Boden aus Flusskieseln, wohl eine Ausbesserung des Belags des früheren hellenistischen Tempels und kein neues Mosaik. Man findet ihn rechts der Eingangstreppe in der östlichen Apsis.
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