Gallerie Piedicastello, Historisches Museum im Stadtteil Piedicastello, Trient, Italien
Die Gallerie Piedicastello sind zwei umgebaute Straßentunnel, die jeweils etwa 300 Meter lang sind und als Ausstellungsraum dienen. Ein Tunnel ist schwarz gestrichen, der andere weiß, und beide bieten unterschiedliche Räume für künstlerische und kulturelle Präsentationen.
Die Tunnel dienten ursprünglich dem Straßenverkehr bis 2007, wurden dann stillgelegt und später grundlegend umgebaut. Die Eröffnung als Galerieraum erfolgte 2008 und markierte die Umwandlung von Infrastruktur in einen kulturellen Ort.
Die beiden Tunnel haben unterschiedliche Aufgaben: Der schwarze, im Osten gelegene ist eine einzige große Installation, der weiße, im Westen gelegene beherbergt Wechselausstellungen, Veranstaltungen und Fortbildungen. Betrieben wird der Ort von der Fondazione Museo storico del Trentino und versteht sich als „Laborraum“, in dem Formen der Geschichtsvermittlung erprobt werden.
Die beiden Tunnel liegen am Kreisverkehr von Piedicastello am Westufer der Etsch, wenige Gehminuten vom historischen Zentrum Trients auf der anderen Flussseite. Der östliche schwarze Tunnel ist eine durchgehende Installation; der westliche weiße beherbergt Wechselausstellungen und Veranstaltungen, was man sieht, hängt also vom Programm ab. Beide sind auf ihrer ganzen Länge ebenerdig und stufenlos.
Die Umwandlung wurde von Lorenzo Dellai, damals Präsident der Autonomen Provinz Trient, bei einer Bürgerversammlung in Piedicastello vorgeschlagen, als der Verkehr noch durch die Tunnel lief. Das Designteam wurde von Kurator Jeffrey T. Schnapp vom Stanford Humanities Lab geleitet, mit Ausstellungsgestaltung von Elisabetta Terragni und Grafik von Gruppe Gut aus Bozen. Simone Veil eröffnete den Ort am 19. August 2008.
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