Church of San Vittore, Renaissancekirche in Meda, Italien.
Die Kirche San Vittore in Meda ist eine einschiffige Renaissancekirche, begonnen 1520, die durch eine Trennwand in zwei nahezu identische Räume geteilt ist: einen für die Benediktinerinnen, einen für die Öffentlichkeit. Ein Gitter ermöglichte den Nonnen die Teilnahme an der Messe, eine Klappe den Kommunionempfang. Das Innere ist mit Fresken der Werkstatt Bernardino Luinis (1520–1525) bedeckt.
Der Bau begann 1520 als Klosterkirche einer Benediktiner-Abtei, die auch Herrschaftsrechte über die umliegenden Gebiete ausübte. Das Kloster erlebte später architektonische Veränderungen, als es in einen anderen Zweck umgewandelt wurde.
Die Fresken an Wänden und Tonnengewölbe werden der Schule Bernardino Luinis zugeschrieben und auf 1520–1525 datiert; zur Werkstatt gehörten auch seine Söhne Aurelio, Evangelista und Giovan Pietro. Die runden Heiligenporträts im Gebälk, darunter San Biagio mit dem eisernen Kamm und Sant'Adriano mit dem Schwert, gelten als die einzigen eigenhändigen Werke Luinis in der Kirche. Wegen des Umfangs des Zyklus trägt sie den Beinamen „Sixtinische Kapelle“ der Brianza.
Die Kirche wird über die zum Platz ausgerichtete Freitreppe aus dem 18. Jahrhundert betreten, die der barocken Fassade als Sockel dient. Im Inneren ist das einschiffige Langhaus durch eine Trennwand in zwei nahezu identische Räume geteilt: den öffentlichen und den den Nonnen vorbehaltenen. Der Nonnenbereich gehört heute zur Villa Antona Traversi und wird als Orangerie und Kornspeicher genutzt.
Die kirchliche Struktur blieb in ihrem ursprünglichen öffentlichen Bereich erhalten, während der Klostertrakt durch eine neoklassizistische Umgestaltung in ein Herrenhaus umgewandelt wurde. Diese Teilung zeigt, wie historische Funktionen sich im Laufe der Zeit verändern können.
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