Kamigamo Shrine, Shinto-Schrein im Bezirk Kita-ku, Kyoto, Japan.
Der Kamigamo-Schrein, formell Kamo-wakeikazuchi-jinja, liegt im Stadtbezirk Kita in Kyoto am Ufer des Kamo-Flusses. Ein zinnoberrotes Torii mit einem gedrehten Strohseil markiert den Eingang. Das zweistöckige Romon-Tor hat ein dunkles geschwungenes Dach, ein zinnoberrotes Balkongeländer und weiße Banner mit der Aufschrift „Aoi Matsuri“ und „1200. Jahrestag der Heian-Hauptstadt“. Die 1863 wiedererrichtete Haupthalle ist ein dreijochiger Bau im Nagare-zukuri-Stil.
Die Anlage wurde im Jahr 678 errichtet, um Kamo Wake-Ikazuchi zu verehren, und entwickelte sich während der Heian-Zeit zu einem der wichtigsten Kultstätten der damaligen Hauptstadt. Kaiserliche Gesandte besuchten regelmäßig den Schrein, um für Frieden und Wohlstand des Reiches zu beten.
Der Schrein bewahrt seit Jahrhunderten die Tradition des Aoi Matsuri, bei dem jährlich Prozessionen mit Hunderten Teilnehmern in historischen Gewändern durch das Gelände ziehen. Besucher können heute noch die Zeremonie der Pferdeweihe beobachten, bei der Reiter in traditioneller Kleidung dem Donnergott ihre Verehrung zeigen.
Das Gelände öffnet täglich zwischen 5:30 Uhr und 17:00 Uhr seine Tore und ist über mehrere Stadtbuslinien aus dem Zentrum Kyotos erreichbar. Besucher sollten beachten, dass einige Innenbereiche nur während spezieller Zeremonien zugänglich sind, während die Gärten frei durchwandert werden können.
Im Innenhof errichten Priester jeden Morgen zwei kegelförmige Sandhaufen, die Tatezuna genannt werden und die Verbindung zwischen göttlichen Geistern und der menschlichen Welt darstellen. Diese Praxis hat ihren Ursprung in alten Reinigungsritualen und wird ohne Unterbrechung seit mehr als tausend Jahren fortgeführt.
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