Sai-ji, Buddhistischer Tempel in Minami-ku, Kyoto, Japan
Sai-ji war ein Tempel, der einst auf der westlichen Seite der Suzaku-Allee stand und mit Tō-ji auf der östlichen Seite eine spiegelsymmetrische Anordnung bildete. Die Gebäude erstreckten sich über ein großes Areal mit mehreren Gebäuden und Höfen, die einen Komplex bildeten, ähnlich wie andere bedeutende Tempel der Zeit.
Der Tempel wurde 796 gegründet, als die Hauptstadt nach Heian-kyo verlegt wurde, und gehörte zu nur drei buddhistische Institutionen, die Kaiser Kanmu innerhalb der Stadt zuließ. Nach Bränden in 990 und 1233 wurde die Stätte nie wiederaufgebaut, während sein östliches Gegenstück Tō-ji bestehen blieb.
Der Tempel war Ausdruck der strikten Kontrolle über buddhistische Institutionen in der frühen Hauptstadt und symbolisierte die Balance zwischen religiöser und weltlicher Macht. Seine Rolle als westlicher Gegenpol zu Tō-ji prägte das Stadtbild und zeigte, wie die Herrscher religiöse Einflüsse bewusst lenkten.
Der Ort ist heute ein kleiner Park an der Kreuzung der Straßen Kujo und Senbon im Bezirk Minami-ku, leicht zu Fuß zu erkunden. Der flache, ebene Boden macht es einfach, die ehemalige Stätte zu durchqueren und die Grundrisse nachzuvollziehen.
Anders als sein Gegenstück Tō-ji, das bis heute erhalten blieb, wurde dieser Ort nach zwei großen Katastrophen nicht wiederhergestellt. Das Nebeneinander dieser unterschiedlichen Schicksale zeigt, wie zufällig es um das Überleben historischer Bauwerke bestellt sein kann.
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