Sonohyan-utaki, Heiliges Kalksteintor in der Burg Shuri, Okinawa, Japan
Sonohyan-utaki ist ein heiliges Steintor aus Korallenstein mit Sandsteindetails, das sich im Shuri-Schlosspark in Okinawa befindet. Das Tor besteht aus zwei nebeneinanderliegenden Bögen, die von einem gemeinsamen Rahmen aus behauenen Blöcken eingefasst werden, mit geschnitzten Verzierungen an den Sparren und Giebeln.
Das Tor wurde 1519 unter König Sho Shin errichtet und gehörte zur königlichen Architektur des Ryūkyū-Königreichs. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde es 1957 wiederhergestellt und gehört heute zum UNESCO-Welterbe von Shuri.
Der Begriff utaki bezeichnet einen heiligen Hain der Ryūkyū-Religion; der Hain hinter dem Tor ist Sonohiyabu geweiht, einer Gottheit, die von der Insel Iheya, der Heimat der Königsfamilie Shō, herbeigerufen wurde. Der König betete hier vor jeder Reise, und die Oberpriesterin Kikoe-ōgimi sprach hier bei Amtsantritt ihr erstes Gebet. Gläubige beten heute vor dem geschlossenen Tor, das den heiligen Raum dahinter vertritt.
Das Tor ist gut ausgeschildert und leicht zu Fuß vom Haupteingang des Shuri-Schlossparks zu erreichen. Ein Besuch am frühen Morgen oder an Wochentagen ermöglicht eine ruhigere Betrachtung der Steindetails.
Das Tor wurde 1519 von dem Handwerker Nishitō errichtet, den man nach der Ōyake-Akahachi-Rebellion von 1500 von Yaeyama nach Shuri gebracht hatte. Später gründete er das Kuninaka-utaki auf der Insel Taketomi, das eine aus Sonohyan-utaki übertragene Gottheit verehrt. Am Stein sind deutlich unterschiedliche Abnutzungsgrade zu erkennen, weil beim Wiederaufbau nach dem Krieg erhaltene Bruchstücke des alten Tors wiederverwendet wurden.
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