Kernkraftwerk Ignalina, Stillgelegtes Kernkraftwerk in der Gemeinde Visaginas, Litauen.
Die Ignalina-Anlage im Bezirk Visaginas liegt am Drūkšiai-See und umfasst zwei große Reaktorgebäude sowie Turbinenhallen, die nach ihrer Abschaltung auf langfristige Stilllegung vorbereitet werden. Das Gelände erstreckt sich über mehrere Hektar mit Verwaltungsgebäuden und technischen Einrichtungen, die heute hauptsächlich für Abbauarbeiten genutzt werden.
Der erste Reaktor wurde 1983 in Betrieb genommen, gefolgt vom zweiten im Jahr 1987, beide nach dem Tschernobyl-Modell gebaut. Die Anlage stellte die Stromerzeugung Ende 2009 im Rahmen der Bedingungen für den EU-Beitritt Litauens vollständig ein.
Der Bau des Kernkraftwerks führte zur Gründung der Stadt Visaginas, die speziell für die Unterbringung der Arbeiter und ihrer Familien entwickelt wurde.
Der Zugang zum Gelände ist streng kontrolliert und erfordert eine Sondergenehmigung, da der Abbau aktiv läuft. Besuchszentren oder Führungen sind derzeit nicht verfügbar, wobei gelegentlich informative Ausstellungen in der nahegelegenen Stadt stattfinden.
Die Anlage versorgte einst fast 70 Prozent des litauischen Strombedarfs und machte das Land zu einem Energieexporteur in der Region. Das Kühlsystem veränderte die Wassertemperatur des Drūkšiai-Sees merklich, was heute noch in lokalen Ökosystemstudien untersucht wird.
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