Djebel Irhoud, Archäologische Höhlenstätte nahe Youssoufia, Marokko
Jebel Irhoud ist eine Fundstätte mit einer Kalksteinhöhle auf der Ostseite eines Felsvorsprungs in Marokko, etwa 560 Meter über dem Meeresspiegel. Die Höhle reicht rund acht Meter in die Tiefe und enthält Ablagerungen aus dem Pleistozän mit zahlreichen prähistorischen Überresten.
Bergleute entdeckten die Höhle im Jahr 1960 während Abbauarbeiten für Baryt und stießen dabei auf einen Schädel in der Felswand. Gemeinsame marokkanisch-französische Ausgrabungen begannen daraufhin ein Jahr später und brachten zahlreiche weitere Fossilien ans Licht.
Der Ort zeigt Spuren früher Jagdtechniken durch Steinwerkzeuge und Tierknochen, die auf geplante Feuernutzung hindeuten. Diese Funde geben Einblick in alltägliche Überlebensstrategien der Menschen vor Hunderttausenden von Jahren.
Die Höhle liegt etwa 50 Kilometer südöstlich von Safi und 100 Kilometer westlich von Marrakesch in abgelegenem Berggelände. Besuche erfordern eine Sondergenehmigung und werden hauptsächlich zu wissenschaftlichen Forschungszwecken gestattet.
Untersuchungen der Knochenfunde ergaben ein Alter von etwa 300.000 Jahren, was sie zu den ältesten bekannten Überresten moderner Menschen weltweit macht. Diese Datierung veränderte grundlegend das Verständnis darüber, wann und wo unsere Spezies entstand.
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