Groningen-Gasfeld, Erdgasfeld in Slochteren, Niederlande
Das Groninger Gasfeld erstreckt sich über 875 Quadratkilometer im Nordosten der Niederlande und enthält Erdgasvorkommen in einer Tiefe zwischen 2.600 und 3.200 Metern unter der Oberfläche. Das Feld liegt überwiegend im Untergrund der Provinz Groningen und reicht teilweise bis in benachbarte Gebiete, wobei zahlreiche Bohrstellen über die gesamte Region verteilt sind.
Das Gasfeld wurde 1959 in der Nähe von Slochteren entdeckt und verwandelte die Niederlande in einen bedeutenden Energieproduzenten mit anfänglichen Reserven von 2.900 Milliarden Kubikmetern. Die Förderung begann in den frühen 1960er Jahren und erreichte ihren Höhepunkt in den 1970er Jahren, bevor sie aufgrund von Erdbeben schrittweise reduziert und 2023 endgültig eingestellt wurde.
Die Entdeckung dieses Gasfelds markierte einen tiefen Wandel im niederländischen Alltag, als in den 1960er Jahren Millionen Haushalte vom Kohle- und Stadtgas auf Erdgas umgestellt wurden. Die Erträge aus diesem Feld ermöglichten den Ausbau der öffentlichen Infrastruktur und trugen zur Finanzierung des niederländischen Wohlfahrtsstaats bei, was die gesellschaftliche Entwicklung des Landes über Jahrzehnte hinweg prägte.
Die Förderung ging seit 2014 aufgrund seismischer Aktivitäten stetig zurück und wurde im Oktober 2023 vollständig eingestellt. Die oberirdischen Einrichtungen und Bohrstellen sind über weite Teile der Provinz Groningen verteilt, doch der Zugang für Besucher ist stark eingeschränkt, da es sich um industrielle Anlagen handelt.
Das Gas aus diesem Feld enthält 14 Prozent Stickstoff, wodurch spezielle Anpassungen an Haushaltsgeräten in den Niederlanden, Deutschland, Belgien und Nordfrankreich erforderlich wurden. Diese Besonderheit machte das sogenannte Groningen-Gas zu einem eigenen Standard, der über Jahrzehnte die Gerätehersteller in mehreren Ländern beeinflusste.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.