Sint Geertruidsgasthuis, Mittelalterlicher Wohnkomplex in Groningen, Niederlande
Das Sint Geertruidsgasthuis ist ein Wohnkomplex im Zentrum von Groningen, der aus mehreren Gebäuden besteht, die um einen Innenhof angeordnet sind. Das Ensemble hat ein verziertes Tor aus dem siebzehnten Jahrhundert und bewahrt in seinen Räumen Spuren verschiedener historischer Nutzungen.
Die Gründung geht auf das Jahr 1405 zurück, als Berneer Solleder und sein Sohn Albert das Haus errichteten, um Pilgern eine Unterkunft zu bieten, die eine Reliquie von Johannes dem Täufer besuchen wollten. Nach der spanischen Kapitulation in Groningen wandelte sich die Einrichtung zu einem Altenheim für ältere Menschen.
Der Name Gasthuis verweist auf seine ursprüngliche Aufgabe als Unterkunft, doch der Innenhof mit seinen Wohngebäuden zeigt heute das Leben einer modernen Wohngemeinschaft. Die Bewohner nutzen den Hof als gemeinsamen Lebensraum, der die lange Geschichte des Ortes als Zufluchtsort fortsetzt.
Die Anlage ist zentral in Groningen gelegen und fußläufig erreichbar, mit dem Innenhof als Mittelpunkt, wo Besucher frei umhergehen können. Heute werden einige Räume für Hochzeiten genutzt und die Kapelle hält ökumenische Gottesdienste, daher ist es sinnvoll, die Öffnungszeiten vorher zu prüfen.
Zwischen 1405 und 1702 betrieb eine Abteilung des Komplexes eine Ausstellungsgalerie, in der Besucher gegen Bezahlung Menschen mit psychischen Erkrankungen beobachten konnten. Diese Praxis war damals nicht ungewöhnlich und zeigt, wie sich die Wahrnehmung von Krankheit und Mitgefühl über die Jahrhunderte verändert hat.
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