Stammesgebiete unter Bundesverwaltung, Ehemalige Verwaltungsregion in Pakistan
Die Federally Administered Tribal Areas bildeten bis 2018 ein Bundesgebiet zwischen der Grenze zu Afghanistan und den pakistanischen Provinzen Khyber Pakhtunkhwa sowie Belutschistan. Das Gebiet umfasste sieben Stammesagenturen und sechs Grenzregionen mit insgesamt rund 27.000 Quadratkilometern Bergland und Hochebenen.
Das Gebiet entstand 1947 nach der Unabhängigkeit Pakistans aus britischen Verwaltungsstrukturen und bekam 1975 seinen endgültigen Status als Bundesgebiet. Im Jahr 2018 ging diese Verwaltungseinheit durch eine Verfassungsänderung in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa auf und endete damit als eigenes Territorium.
Die Region folgte dem Pashtunwali-Kodex, der durch Stammesräte das tägliche Leben organisierte und Konflikte nach überlieferten Regeln klärte. Diese Rechtsprechung beruhte auf mündlichen Traditionen und direkten Versammlungen der Ältesten, bei denen Entscheidungen durch Konsensfindung getroffen wurden.
Die frühere Verwaltungseinheit ist heute Teil von Khyber Pakhtunkhwa und unterliegt den Reisebestimmungen dieser Provinz. Reisende sollten sich vor der Planung über die aktuellen Zugangsregeln und Sicherheitsempfehlungen für die Bergregionen nahe der afghanischen Grenze informieren.
Die Frontier Crimes Regulations aus dem Jahr 1901 blieben bis zur Auflösung des Gebiets in Kraft und stellten damit eines der ältesten noch geltenden Rechtssysteme aus der Kolonialzeit dar. Diese Vorschriften erlaubten kollektive Bestrafungen ganzer Stämme und verzichteten auf Geschworenengerichte oder Berufungsmöglichkeiten nach pakistanischem Standard.
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