Projekt Riese, Militärkomplex der Nazis im Eulengebirge, Polen.
Riese ist ein militärisches Tunnelsystem in den Eulengebirgen im Südwesten Polens, bestehend aus sieben separaten unterirdischen Anlagen mit insgesamt mehreren Kilometern Länge. Die Tunnel wurden nie fertiggestellt und zeigen heute noch Spuren von Sprengungen, Betonverschalungen und provisorischen Stützbalken in den rohen Felswänden.
Die Bauarbeiten begannen 1943 und wurden bis zum Kriegsende 1945 fortgeführt, als sowjetische Truppen näher rückten und die Anlagen gesprengt wurden. Etwa 13.000 Häftlinge verschiedener Konzentrationslager arbeiteten hier unter Bewachung, viele überlebten die Bedingungen nicht.
Der Name Riese, deutsch für Riesen, verweist auf die enormen Ausmaße der geplanten Anlage. Besucher sehen heute Mahnmale für die Zwangsarbeiter, die hier unter unmenschlichen Bedingungen schuften mussten und deren Schicksal in Dokumentationen vor Ort geschildert wird.
Eine gute Taschenlampe ist in den meisten Abschnitten notwendig, da künstliche Beleuchtung nur spärlich vorhanden ist. Einige Tunnel sind nur mit Führung zugänglich, andere kann man auf eigene Faust erkunden, wobei festes Schuhwerk wegen unebener Böden und Pfützen empfohlen wird.
Die genaue Funktion des Komplexes bleibt bis heute ungeklärt, was zu Spekulationen über unterirdische Waffenproduktion oder Führerbunker geführt hat. Einige Tunnel wurden nach dem Krieg überflutet, andere stürzten teilweise ein, sodass große Bereiche bis heute unzugänglich bleiben.
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