Bożydar-Kałęczyn, Ehemalige Vorstadtsiedlung in Warschau, Polen
Bożydar-Kałęczyn war eine Vorstadt-Siedlung an den Rändern Warschaus, die sich dort entwickelte, wo heute die Straßen Książęca und Smolna verlaufen. Das Gebiet erstreckte sich über die heutigen Stadtteile Śródmieście Południowe und Alt-Ochota und war einst ein eigenständiger Ort mit eigener Verwaltung.
Die Siedlung wurde 1702 als unabhängige Gerichtsbarkeit gegründet und lag außerhalb der Kontrolle Warschaus, wodurch ihre Einwohner von Stadtsteuern befreit waren. Sie blieb über 90 Jahre lang unabhängig, bis sie 1794 in die wachsende Stadt aufgenommen wurde.
Die Siedlung war ein Zufluchtsort für jüdische Familien, die sich hier niederließen und ein eigenes Viertel namens Nowa Jerozolima schufen. Dieses Viertel entwickelte sich zu einem lebendigen Ort mit eigenen Traditionen und Strukturen, bis die Bewohner Anfang des 18. Jahrhunderts gezwungen wurden, ihn zu verlassen.
Die Lage dieser früheren Siedlung ist heute schwer auszumachen, da das Gelände vollständig vom modernen Warschau überbaut wurde. Besucher können sich nur noch anhand historischer Aufzeichnungen und wenigen erhaltenen Straßennamen wie Jerusalem-Allee einen Eindruck vom früheren Ort machen.
Unter den wenigen überlebenden Spuren findet sich die Aleja Jerozolimska, die den Namen des früheren Nowa-Jerozolima-Viertels bewahrt. Diese Straße folgt einem Weg aus der Zeit vor Warschaus Expansion und erinnert stumm an die Gemeinschaft, die hier einst lebte.
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