Brankov most, Trägerbrücke in Belgrad, Serbien
Die Branko-Brücke ist eine Kastenträgerbrücke aus Stahl, die den Fluss Sava auf 450 Metern überspannt und das Stadtzentrum von Belgrad mit Neu-Belgrad über jeweils drei Fahrspuren in beide Richtungen verbindet. Das Bauwerk ruht auf massiven Betonpfeilern im Flussbett und führt den Verkehr in leichter Steigung über das Wasser, während die Uferböschungen beiderseits von Gehwegen und Radwegen gesäumt sind.
Die Brücke entstand 1956 und nutzte dabei die Fundamente der Königin-Alexander-Brücke von 1934, die deutsche Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg zerstört hatten. Der Wiederaufbau sollte die zwei Stadthälften nach dem Krieg wieder verbinden und den wachsenden Verkehr nach Neu-Belgrad bewältigen.
Die Brücke trägt den Namen des serbischen Dichters Branko Radičević, dessen romantische Verse über Freiheit und Natur heute noch in serbischen Schulen gelesen werden. Während der kommunistischen Ära hieß sie offiziell Brücke der Brüderlichkeit und Einheit, doch die Bürger verwendeten schon damals den kürzeren, dichterischen Namen im Alltag.
Die Brücke verarbeitet täglich etwa 90.000 Fahrzeuge und bietet auf beiden Seiten getrennte Wege für Fußgänger und Radfahrer. Morgendlicher und abendlicher Berufsverkehr kann auf der Fahrbahn zu Verzögerungen führen, aber die Gehwege bleiben durchgehend zugänglich.
Die erhaltenen Pylone der ursprünglichen Königin-Alexander-Brücke zeigen dekorative Elemente, die der Bildhauer Ivan Meštrović im serbo-byzantinischen Baustil entworfen hatte. Diese steinernen Teile stehen noch an den Ufern und erinnern an die Architektur der Zwischenkriegszeit, obwohl die moderne Stahlkonstruktion darüber hinwegführt.
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