Church of Saints Florus and Laurus, Orthodoxe Kirche im Stadtviertel Florowskaja, Tula, Russland
Die Kirche der Heiligen Flora und Laurus ist eine steinerne Kirche, erbaut ab 1772 und geweiht 1796, die ausklingenden Barock und aufkommenden Klassizismus verbindet. Das Refektorium hat abgerundete, rustizierte Ecken, ein Mansarddach und ovale Fenster; der Hauptbau zeigt strenge Säulenportiken an beiden Seitenfassaden und eine facettierte Kuppel. Im Inneren gibt es keine tragenden Säulen: Die Last des hohen Aufbaus ruht auf den Gewölbestützen.
Eine Holzkirche der Heiligen Florus und Laurus mit einer Kosmas-und-Damianos-Kapelle stand hier bereits Anfang des 17. Jahrhunderts in der Florowskaja-Sloboda, hinter den Nikolski-Toren der Erdstadt. Um 1710 war die Hauptkirche aus Stein; der heutige Bau wurde 1772 begonnen, die Seitenaltäre 1779 geweiht und der Hauptaltar mit Ikonostase bis 1796 vollendet. Bis 1830 entstand ein viergeschossiger Glockenturm, und 1834 kaufte der Kaufmann Poddelschtschikow für 22.000 Rubel eine 519 Pud schwere Glocke.
Die Kirche trägt weiterhin ihren alten volkstümlichen Namen Florus und Laurus, obwohl der Hauptaltar der Bogoljubskaja-Ikone geweiht wurde und die Kirche seit 1796 in Urkunden Bogoljubskaja heißt. Die heiligen Florus und Laurus galten in Russland als Schutzpatrone der Pferdezucht, daher brachte man an ihrem Gedenktag Pferde zur Segnung in die Kirche. 1894 wurde hier eine Pfarrschule eröffnet; heute bestehen eine Bibliothek und eine Sonntagsschule.
Die Kirche steht in der ehemaligen Florowskaja-Sloboda, nahe der Kreuzung der Metallistow-Straße mit der Sowetskaja-Straße. Der Glockenturm wurde in der Sowjetzeit abgetragen, das Gebäude zeigt sich also ohne ihn. Die Gemeinde unterhält eine Bibliothek und eine Sonntagsschule; das Innere wurde nach 1990 wiederhergestellt, als der bis zu den Fenstern gegossene Betonboden aufgebrochen werden musste.
Die Kirche hat im Inneren keine tragenden Säulen: Die Last des hohen Aufbaus wird direkt auf die Flügel des Gewölbes übertragen, eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Konstruktion. Als Architekt des Hauptbaus wird K. S. Sokolnikow genannt, doch Rostislaw Losinski war der Ansicht, er habe am Glockenturm und nicht an der Kirche gearbeitet.
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