Qasr al-Farid, Nabatäisches Felsgrab in Al Ula, Saudi-Arabien.
Das Monument erhebt sich als isolierter Sandsteinfelsen von 16 Metern Höhe mit einer Fassade, die vier korinthische Säulen, verzierte Kapitelle und geometrische Friese aufweist. Über dem Eingang befinden sich Relief-Elemente einschließlich eines dreieckigen Giebels mit aufwendigen Schnitzereien. Die Struktur steht allein in der Wüstenlandschaft und zeigt nabatäischen Baustil mit Einflüssen hellenistischer Proportionen und arabischer Ornamentik in ihren geschnitzten Details.
Nabatäische Steinmetze begannen die Arbeit an diesem Grabmal im ersten Jahrhundert nach Christus und folgten ihrer charakteristischen Methode, von oben nach unten in massiven Fels zu schneiden. Die Konstruktion wurde aus unbekannten Gründen aufgegeben, möglicherweise aufgrund politischer Veränderungen nach der römischen Annexion des nabatäischen Königreichs im Jahr 106. Das unvollendete Werk blieb über Jahrhunderte in der Wüste erhalten.
Diese Grabstätte verkörpert nabatäische Bestattungsarchitektur durch Kapitelle, Giebel und kunstvolle Steinmetzarbeiten, die religiöse und soziale Bedeutung der Elite dokumentieren. Die monumentale Anlage demonstriert technisches Können und ästhetische Vorstellungen einer Handelskultur, die zwischen mediterranen und arabischen Traditionen vermittelte. Solche Felsgräber dienten als ewige Ruhestätten für wohlhabende Familien und manifestierten deren Status in der nabatäischen Gesellschaft über Generationen hinweg.
Besucher müssen sich vorab im Besucherzentrum Al-Ula Winter Park registrieren und Touren über autorisierte Veranstalter buchen. Das Gelände liegt mehrere Kilometer außerhalb der Hauptarchäologischen Zone und erfordert motorisierten Transport durch die Wüste. Führungen finden hauptsächlich zwischen Oktober und April statt, wenn Temperaturen moderater sind. Fotografieren ist gestattet, aber direktes Berühren der geschnitzten Oberflächen ist zum Schutz des antiken Sandsteins untersagt.
Die untere Sektion zeigt rohe Meißelspuren und unbearbeitete Flächen, wo Handwerker ihre Werkzeuge ablegten und nie zurückkehrten. Diese sichtbaren Arbeitsspuren dokumentieren nabatäische Steinbearbeitungsmethoden und verraten, dass Teams von mehreren Seiten gleichzeitig arbeiteten. Geologische Analysen der Werkzeugmarken erlauben Forschern, verwendete Eisenwerkzeuge zu identifizieren und Arbeitsabläufe zu rekonstruieren, die vor fast zwei Jahrtausenden unterbrochen wurden.
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