Kirche von Öja, Mittelalterliche Kirche in Gotland, Schweden
Die Kirche von Öja ist ein weitgehend gotischer Steinbau: Der Chor hat im Osten eine gerade Außenwand, innen aber eine halbrunde Apsis, das Langhaus wird von vier Pfeilern getragenen Gewölben überspannt, und der Westturm ist mit 59,15 Metern der höchste Gotlands. Von den drei skulptierten Portalen zeigt das Nordportal Jesus, Maria, Johannes den Evangelisten und einen liegenden Heiligen, der als Eligius gedeutet wird.
Eine romanische Kirche des 12. Jahrhunderts ging dem heutigen Bau voraus; einige ihrer Bildhauerfragmente sind darin vermauert. Der Chor mit innenliegender Apsis entstand in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, das gotische Langhaus am Ende dieses Jahrhunderts und der hohe Westturm in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts durch die Werkstatt des anonymen Meisters Egypticus. Im 19. Jahrhundert kam nördlich eine Sakristei hinzu.
Der Name Öja stammt vom schwedischen Wort ö, was Insel bedeutet, und weist darauf hin, dass der Ort bewohnt war, bevor er durch die postglaziale Landhebung mit dem Festland Gotlands verbunden wurde. Die Kirche ist bekannt für ihre mittelalterliche Holzskulptur einer trauernden Jungfrau Maria, der Mater dolorosa, genannt „Vår Fru av Öja“ oder „Öjamadonnan“; das Original befindet sich im Gotland-Museum, eine Kopie im Chor.
Die Kirche gehört zur Gemeinde Hoburgs församling im Bistum Visby. Ihr 59,15 Meter hoher Turm, der höchste Kirchturm Gotlands, dient als sichtbare Landmarke. Die mittelalterlichen Wandmalereien wurden bei der Restaurierung 1938–1939 freigelegt. Die Kirche liegt an der Straße; nordöstlich, auf der anderen Straßenseite, steht die runde Ruine eines Kastals.
Das Triumphkreuz über der Chorschranke ist ein Werk des späten 13. Jahrhunderts aus der Werkstatt des sogenannten Öjamästaren; ein geschnitzter Ring umgibt es, oben mit Engeln, unten mit der Vertreibung aus dem Paradies. Christus trägt eine goldene Krone, flankiert von Maria und Johannes; die Endplatten zeigen die Evangelistensymbole. Die schmerzhafte Maria, die Öjamadonna, ist eine Kopie – das Original liegt im Gotlands museum.
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