Ľadový štít, Berggipfel in der Hohen Tatra, Slowakei
Der Ľadový štít erreicht 2.627 m im Hauptkamm der Hohen Tatra, zwischen Široká veža und Baranie rohy, über Tatranská Lomnica. Seine steilsten Wände fallen nach Norden und Nordwesten, wo dauerhafte Firnfelder dem Gipfel den Namen gaben; die Ostwand über der Kotlina Piatich spišských plies bei der Téryho chata wird am häufigsten begangen. Nach Westen zweigt der trockene Grat Suchý hrebeň ab.
Die erste belegte Besteigung unternahmen 1835 drei Berliner Studenten, Karl Hartlaub, Alexander Keyserling und Alexander Blasius. Um den 31. August 1843 erreichten John Ball, Wilhelm Richter, ein ungenannter ungarischer Maler und Führer aus Jurgów den Gipfel. 1867 bestieg der Zakopaner Priester Józef Stolarczyk den Berg und vermerkte seine Seilschaft als erste, ohne von Balls Aufstieg zu wissen. Theodor Wundt und Jakob Horvay gelang am 28. Dezember 1891 die erste Winterbesteigung.
Der Name stammt aus der Ľadová dolinka, wo Schnee und Eis den Sommer über bleiben. Eine Panorama von Juraj Buchholtz von 1717 nennt den Gipfel Gans, nach einer kriechenden Pflanze, die man für Gänsefingerkraut hielt; Wilderer aus Jurgov nannten ihn Wielki Kolba. Der Gipfel erscheint in einem Gedicht von Jan Kasprowicz, und an seinen Hängen wurde nach sagenhaften Schätzen gesucht.
Der Gipfel liegt in Nationalen Naturreservaten des Tatra-Nationalparks und ist nicht frei zugänglich: Er darf nur mit Bergführer bestiegen werden. Die Routen sind mit UIAA I bewertet, doch der Zustieg von Sedielko über Malý Ľadový štít verlangt Orientierung, und die Nordroute über Ľadový kôň ist ausgesetzt. Ein grün markierter Weg führt von Tatranská Javorina durch das Javorová dolina nahe Sedielko zur Téryho chata.
Die Südostwand beherbergt die Grósz-Route und den Brnčal-Pfeiler, die technische Kletterherausforderungen in Granitgestein bieten. Diese weniger bekannten Routen ziehen erfahrene Kletterer an, die sich für anspruchsvolle Granitanstiege interessieren.
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