Bunce Island, Sklavenhandelsfestung auf Bunce Island, Sierra Leone
Bunce Island ist eine Festung aus Stein und Backstein, die sich auf einer Insel in der Nähe von Freetown befindet und als Handelsposten betrieben wurde. Das Bauwerk verfügt über Bastionen, Wehrgänge, ein Pulvermagazin und separate Bereiche, die als Gefängnisse für versklavte Menschen dienten.
Die Festung wurde ab 1670 von der Royal African Company betrieben und diente Jahrhunderte lang als Umschlagplatz für den Sklavenhandel. 1807 endete dieser Betrieb, doch die Ruinen stehen bis heute als Beweis dieser düsteren Vergangenheit.
Die Insel steht in direkter Verbindung zu den Gullah-Gemeinden in Georgia und South Carolina, wo die Nachkommen der von hier verschleppten Menschen ihre eigenen Sprachtraditionen und Bräuche bewahrt haben. Diese Verbindung zeigt sich heute in Musik, Sprache und Handwerkstechniken, die auf der anderen Seite des Atlantiks weiterleben.
Der Besuch erfordert eine Bootsfahrt von Freetown aus, wobei die Überfahrt durch den Fluss etwa eine Stunde dauert. Es ist ratsam, sich über die Gezeiten zu informieren und festes Schuhwerk sowie Wetterschutz mitzubringen.
Die Festung konzentrierte sich gezielt auf Menschen aus Reisanbau-Gemeinden, da Plantagenbesitzer höhere Preise für versklavte Menschen mit landwirtschaftlichen Fähigkeiten zahlten. Diese spezifische Auswahl bestimmte, welche Fähigkeiten und Traditionen später in Amerika weitergegeben wurden.
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